Dienstag, 31. Januar 2012
Ready Player One // Ender's Game
Im letzten Monat habe ich es tatsächlich geschafft 3 (drei!) Bücher zu lesen. Ein Wahnsinns-Schnitt, verursacht nur durch meinen neuen Begleiter, dem Kindle. Das Display ist ausreichend kontrastiert, durch das fehlende Selbstleuchten ist es genauso angenehm zu lesen wie Papier, und die Auflösung ist ganz okay (manchmal sehe ich das Aliasing leider schon). Aber insgesamt zu dem Preispunkt von 99 Euro unschlagbar - endlich kann ich eine große Auswahl von Büchern überall hinschleppen und querlesen, und vor allem im Sofa-flätzen das Ding gemütlich halten ohne von einem 800-Seiten-Wälzer ausgelenkt zu werden.
Walter Isaacsons Biografie zu Steve Jobs war mein erstes Buch, über das ich aber nicht wirklich viel schreiben kann und will. Eine okaye Biografie mit leider deutlich durchscheinendem Mangelverständnis des Autoren über das Wirken von Steve Jobs, und die Technik dahinter. Daher ist es auf menschlichem Niveau interessant zu lesen, und da ich mich sonst mit der Historie Apples nicht auskannte, habe ich eine Wissenslücke füllen können. Am ehesten kann man Isaacson wohl vorwerfen, dass er die Chance vermasselt hat, mit tiefgehenden Interviews von Jobs und den Vertrauten etwas mehr Licht in die Aktionen Jobs zu werfen. Alle Eigenarbeit von Isaacson äußert sich eher in der ganz gut lesbaren Copy&Paste-Zusammenfügung von bestehenden Essays.
Viel diskussionswerter sind da die beiden thematisch recht ähnlichen Bücher Ready Player One und Ender's Game. Beide Bücher spielen im 1984-ähnlichen MMORPG-Science-Fiction Universum, und erstgenanntes Buch nimmt einige Anleihen bei letztgenanntem.
In Ready Player One, dem moderneren und geek/videospiel-affineren Buch, dreht sich alles um den Virtual Reality Charakter Parzival. In der virtuellen Welt, der OASIS (á la Matrix), kann sich jedermann einklinken und dem eher kargen, rohstofflosem und armen normalen Leben entkommen. Parzival ist ein junger Schüler (mit gesponsortem OASIS-Zugang, da jedermann in der VM lernt), und er hat sich eine besondere Suche auf die Flaggen geschrieben: Dem heligen Gral der OASIS.
Der Schöpfer der OASIS, ein hyperreicher, einsamer Nerd (aufgewachsen in den 1970ern) hat vor seinem Ableben verfügt, dass die OASIS und der damit verbundene Reichtum an denjenigen weitergegeben werden soll, der ein von ihm hinterlassenes Rätsel lösen kann. Dieser Quest beinhaltet das Suchen und einsetzen mehrerer Schlüssel, die jeweils fortführende Rätsel beinhalten.
Das große Problem: Niemand hat in den letzten Jahrzehnten auch nur einen einzigen Schlüssel gefunden. Und kurzerhand setzt Parzival dem ein Ende, und muss auf einmal feststellen, dass zahlreiche Interessen an der Machtübernahme der OASIS hängen. Allmählich formt er eine Scooby-Gang, und questet freundlich drauflos.
» Vollständiger ArtikelWalter Isaacsons Biografie zu Steve Jobs war mein erstes Buch, über das ich aber nicht wirklich viel schreiben kann und will. Eine okaye Biografie mit leider deutlich durchscheinendem Mangelverständnis des Autoren über das Wirken von Steve Jobs, und die Technik dahinter. Daher ist es auf menschlichem Niveau interessant zu lesen, und da ich mich sonst mit der Historie Apples nicht auskannte, habe ich eine Wissenslücke füllen können. Am ehesten kann man Isaacson wohl vorwerfen, dass er die Chance vermasselt hat, mit tiefgehenden Interviews von Jobs und den Vertrauten etwas mehr Licht in die Aktionen Jobs zu werfen. Alle Eigenarbeit von Isaacson äußert sich eher in der ganz gut lesbaren Copy&Paste-Zusammenfügung von bestehenden Essays.
Viel diskussionswerter sind da die beiden thematisch recht ähnlichen Bücher Ready Player One und Ender's Game. Beide Bücher spielen im 1984-ähnlichen MMORPG-Science-Fiction Universum, und erstgenanntes Buch nimmt einige Anleihen bei letztgenanntem.
In Ready Player One, dem moderneren und geek/videospiel-affineren Buch, dreht sich alles um den Virtual Reality Charakter Parzival. In der virtuellen Welt, der OASIS (á la Matrix), kann sich jedermann einklinken und dem eher kargen, rohstofflosem und armen normalen Leben entkommen. Parzival ist ein junger Schüler (mit gesponsortem OASIS-Zugang, da jedermann in der VM lernt), und er hat sich eine besondere Suche auf die Flaggen geschrieben: Dem heligen Gral der OASIS.
Der Schöpfer der OASIS, ein hyperreicher, einsamer Nerd (aufgewachsen in den 1970ern) hat vor seinem Ableben verfügt, dass die OASIS und der damit verbundene Reichtum an denjenigen weitergegeben werden soll, der ein von ihm hinterlassenes Rätsel lösen kann. Dieser Quest beinhaltet das Suchen und einsetzen mehrerer Schlüssel, die jeweils fortführende Rätsel beinhalten.
Das große Problem: Niemand hat in den letzten Jahrzehnten auch nur einen einzigen Schlüssel gefunden. Und kurzerhand setzt Parzival dem ein Ende, und muss auf einmal feststellen, dass zahlreiche Interessen an der Machtübernahme der OASIS hängen. Allmählich formt er eine Scooby-Gang, und questet freundlich drauflos.
Dame, König, As, Spion
Mit bezaubernd netten Leuten habe ich gestern einen unverzaubernd verkorksten Film im Spiegel-Preview sehen dürfen:
Tinker Tailor Soldier Spy (zu Deutsch: Dame, König, As, Spion).
Nachträglich fand ich zwar raus, dass das ganze eine tolle Adaption eines bestehenden Werkes sei, und der Film auch mehrfach oskar-nominiert ist. Aber.
Der Film war unerträglich! Zum einschlafen! Zum rausgehen!
Kurzum geht's in dem Film um klassischen Agentenstoff und spielt in den 70/80er Jahren Londons (MI6). Ein Oberhonk namens Control hat das Gefühl, dass in der Führungsetage seiner Einheit ein paar Leute als Doppelspion für die Russen in Frage kommen könnte. Zudem eingeflochten ist ein Spion, der in Ungarn etwas unglücklich in eine Schießerei gelangt, ein Staatsgeplänkel auslöst und zur Entlassung von Control und seinem Adieutanten Smiley führt. Smiliey darf daraufhin mehr oder weniger anonym Ermittlungen über die Doppelspione führen.
Der Film macht diverse Zeit- und Ortssprünge, mal mehr oder weniger intelligent eingefädelt - aber immer mehr ver- als entwirrend. Grundsätzlich folgt der Film eher dem gemächlichen Machwerk. Sehr, sehr langsame Kameraschwenks (bei denen man sich manchmal fragten muss, ob der Kameramann mitten im Schwenk womöglich eingeschlafen ist), sehr breite Szenenbilder, zahlreiche unbewegliche Closeups von Gesichtern. Und eine sehr tragende, wabernde Klarinetten/Geigen-Musik die einem genau dann auf die Nerven geht, wenn man gerade ruhig einschlafen will.
Zwar trägt der Film mit Hauptdarstellen ordentlich dick auf (Gary Oldman, John Hurt, Colin Firth, Tom Hardy), aber von den Leistungen der Leute bin ich eher entsetzt als begeistert. Gerade Gary Oldman spielt, als sei er ein mit Botox aufgespritzt-glänzendes Waxmännchen, und Colin Firth wäre vor lauter gespielter Süffisanz wohl auch gut als Gleitmittel einsetzbar gewesen.
Die meisten Szenen sind mir unverständlich aneinandergereiht, oft sieht man eine informationslose Szene ausgespielt, während bei einer interessanten Handlung dann frühzeitig abgeschnitten wird. Die Dialoge sind häufig derart in die Länge gezogen, und bieten keinen Unterhaltungswert - da wäre selbst ein Standbild einer Klobürste informativer und storydienlicher.
Ich bin entsetzt, wie eine derart fade, öde Story so gelobt werden kann. Für mich kommt hier weder Gefühl, noch Spannung auf. Überhaupt, was bitte ist ein Agenten-Thriller ohne Spannung? Sogar das RTL-Mittagsprogramm weiß in seinen Geschichten mehr Suspense und Denouement aufzubauen als hier in dem Film.
1 IMDB-Punkt.
Tinker Tailor Soldier Spy (zu Deutsch: Dame, König, As, Spion).
Nachträglich fand ich zwar raus, dass das ganze eine tolle Adaption eines bestehenden Werkes sei, und der Film auch mehrfach oskar-nominiert ist. Aber.
Der Film war unerträglich! Zum einschlafen! Zum rausgehen!
Kurzum geht's in dem Film um klassischen Agentenstoff und spielt in den 70/80er Jahren Londons (MI6). Ein Oberhonk namens Control hat das Gefühl, dass in der Führungsetage seiner Einheit ein paar Leute als Doppelspion für die Russen in Frage kommen könnte. Zudem eingeflochten ist ein Spion, der in Ungarn etwas unglücklich in eine Schießerei gelangt, ein Staatsgeplänkel auslöst und zur Entlassung von Control und seinem Adieutanten Smiley führt. Smiliey darf daraufhin mehr oder weniger anonym Ermittlungen über die Doppelspione führen.
Der Film macht diverse Zeit- und Ortssprünge, mal mehr oder weniger intelligent eingefädelt - aber immer mehr ver- als entwirrend. Grundsätzlich folgt der Film eher dem gemächlichen Machwerk. Sehr, sehr langsame Kameraschwenks (bei denen man sich manchmal fragten muss, ob der Kameramann mitten im Schwenk womöglich eingeschlafen ist), sehr breite Szenenbilder, zahlreiche unbewegliche Closeups von Gesichtern. Und eine sehr tragende, wabernde Klarinetten/Geigen-Musik die einem genau dann auf die Nerven geht, wenn man gerade ruhig einschlafen will.
Zwar trägt der Film mit Hauptdarstellen ordentlich dick auf (Gary Oldman, John Hurt, Colin Firth, Tom Hardy), aber von den Leistungen der Leute bin ich eher entsetzt als begeistert. Gerade Gary Oldman spielt, als sei er ein mit Botox aufgespritzt-glänzendes Waxmännchen, und Colin Firth wäre vor lauter gespielter Süffisanz wohl auch gut als Gleitmittel einsetzbar gewesen.
Die meisten Szenen sind mir unverständlich aneinandergereiht, oft sieht man eine informationslose Szene ausgespielt, während bei einer interessanten Handlung dann frühzeitig abgeschnitten wird. Die Dialoge sind häufig derart in die Länge gezogen, und bieten keinen Unterhaltungswert - da wäre selbst ein Standbild einer Klobürste informativer und storydienlicher.
Ich bin entsetzt, wie eine derart fade, öde Story so gelobt werden kann. Für mich kommt hier weder Gefühl, noch Spannung auf. Überhaupt, was bitte ist ein Agenten-Thriller ohne Spannung? Sogar das RTL-Mittagsprogramm weiß in seinen Geschichten mehr Suspense und Denouement aufzubauen als hier in dem Film.
1 IMDB-Punkt.
#52Games - Neuanfang: Super Mario 64
Zockwork Orange hat seit dieser Woche ein Projekt 52 Games begonnen, bei dem wöchentlich ein neues Thema für interessierte Schreiber ferninspiriert wird.
Das aktuelle Thema Neuanfang hat mich auf zweierlei Weise inspiriert. Zum einen ist ein Neuanfang für mich persönlich negativ belegt, wenn man es im Sinne eines Game Over interpretiert. Egal welche Dinge ich erneut anfange, es strapaziert meine Geduld und vor allem mein Zeitbudget. Weder lese ich Buche gerne mehrfach, noch Filme, noch spiele ich Spiele mehrfach. Life's too short.
Neben dieser negativen Deutungsweise sehe ich aber auch das positive: Alte Zöpfe abschneiden, etwas Bekanntes mit frischer Sicht neu interpretieren. Dabei ist es für Spiele-Entwickler meiner Meinung nach wesentlich einfacher ein Thema neu zu interpretieren als bei Filmemachern oder Buchautoren. Bei Spielen schreitet die Spieltechnik deutlich schneller voran als bei den alteingesessenen Medien.
Viele Reboots werden für Spieler allein dadurch attraktiv, dass sich die audio-visuelle Präsentation deutlich verbessert hat, oder mit Achievements ausgestattet wird, oder mit einer Multiplayerkomponente - oder auch mit Gameplay-Techniken die für frühere Eingabegeräte zu aufwändig waren.
Konkret möchte ich das am Beispiel von Super Mario 64 festmachen. Witzigerweise ist gerade Nintendo ja berühmt dafür, in ihren Spielserien ständig wiedergekautes zu präsentieren und mit Innovationen eher zu geizen - vor allem hat sich die Story von den meisten Nintendo-Spielen immer nur marginal von einem anderen Teil der jeweiligen Serie unterschieden.
Doch gerade mit Mario64 verbinde ich das Gefühl, eine völlig neue Spielart erlebt zu haben, die das bisherige Erlebnis des Spiels vollkommen neu definiert hat. Ich habe damals die ersten Spielstunden allein damit verbracht, mit Mario durch die 3D-Umgebung zu laufen. Der Bruch von 2D-Jump'n'Run hin zur erlebbaren, navigierbaren 3D-Welt war für mich weltbewegend. Verbunden mit einem neuartigen Controller (dem ersten Analog-Stick) und einer erstmals frei (naja, in Grenzen) steuerbaren Kamera hat man seine Hirnwindungen auf ein ganz andersartiges Spiel trainieren müssen.
Wenn ein Spiel derart neue Spielmechaniken einbringen kann, und den Spieler einfach flashen kann ist es für mich ein würdiger Neuanfang, und nicht einfach nur ein Wiederanfang oder eine Fortführung.
Das aktuelle Thema Neuanfang hat mich auf zweierlei Weise inspiriert. Zum einen ist ein Neuanfang für mich persönlich negativ belegt, wenn man es im Sinne eines Game Over interpretiert. Egal welche Dinge ich erneut anfange, es strapaziert meine Geduld und vor allem mein Zeitbudget. Weder lese ich Buche gerne mehrfach, noch Filme, noch spiele ich Spiele mehrfach. Life's too short.
Neben dieser negativen Deutungsweise sehe ich aber auch das positive: Alte Zöpfe abschneiden, etwas Bekanntes mit frischer Sicht neu interpretieren. Dabei ist es für Spiele-Entwickler meiner Meinung nach wesentlich einfacher ein Thema neu zu interpretieren als bei Filmemachern oder Buchautoren. Bei Spielen schreitet die Spieltechnik deutlich schneller voran als bei den alteingesessenen Medien.
Viele Reboots werden für Spieler allein dadurch attraktiv, dass sich die audio-visuelle Präsentation deutlich verbessert hat, oder mit Achievements ausgestattet wird, oder mit einer Multiplayerkomponente - oder auch mit Gameplay-Techniken die für frühere Eingabegeräte zu aufwändig waren.
Konkret möchte ich das am Beispiel von Super Mario 64 festmachen. Witzigerweise ist gerade Nintendo ja berühmt dafür, in ihren Spielserien ständig wiedergekautes zu präsentieren und mit Innovationen eher zu geizen - vor allem hat sich die Story von den meisten Nintendo-Spielen immer nur marginal von einem anderen Teil der jeweiligen Serie unterschieden.
Doch gerade mit Mario64 verbinde ich das Gefühl, eine völlig neue Spielart erlebt zu haben, die das bisherige Erlebnis des Spiels vollkommen neu definiert hat. Ich habe damals die ersten Spielstunden allein damit verbracht, mit Mario durch die 3D-Umgebung zu laufen. Der Bruch von 2D-Jump'n'Run hin zur erlebbaren, navigierbaren 3D-Welt war für mich weltbewegend. Verbunden mit einem neuartigen Controller (dem ersten Analog-Stick) und einer erstmals frei (naja, in Grenzen) steuerbaren Kamera hat man seine Hirnwindungen auf ein ganz andersartiges Spiel trainieren müssen.
Wenn ein Spiel derart neue Spielmechaniken einbringen kann, und den Spieler einfach flashen kann ist es für mich ein würdiger Neuanfang, und nicht einfach nur ein Wiederanfang oder eine Fortführung.
Sonntag, 1. Januar 2012
Warrior, Sherlock Holmes: A Game of Shadows
Am Freitagabend war ich gemeinsam mit Felix und Sebastian in Sherlock Holmes: A Game of Shadows. Der erste Teil war für mich mit seinem Actionfokus schon etwas mau, aber visuell doch ganz schön gemacht - daher hatte ich auch eher recht geringe Ansprüche an den zweiten Teil. Die wurden dafür auch wenigstens erfüllt; im Gesamten ist der Film eigentlich ein Aufguss des erste Teils, zwar mit einer epischeren Drumrumgeschichte, und mit mehr Indiana-Jones-mäßigem Europa-bereisen - aber im Resultat irgendwie einfach more of the same.
Viele der SFX-Shots sind ganz liebevoll gemacht, aber seien wir mal ehrlich: Was die BBC mit der heute in der zweiten Staffel beginnenden Sherlock-Serie gemacht hat, ist des Stoffs einfach mehr würdig also so ein Batlock wie im Film. 6 IMDB-Punkte
Wesentlich ergreifender fand ich Warrior, der hier in Deutschland als Direct-to-Video Release einen Auftakt machen wird. Im Grunde genommen ist der Film ein klassischer Million Dollar Baby meets Rocky, im Mixed-Martial-Arts Umfeld.
Der Sport wird schon ziemlich packend rübergebracht, die herzergreifende Familienstory drumherum ist ebenfalls recht gut inszeniert. Topfilm, ich würde ihn direkt ein zweites Mal anschauen. Und über die harten Schultermuskeln von Tom Hardy (zukünftiger Bane im nächsten Batman) kommt man nicht drüber weg. 9 IMDB-Punkte.
Viele der SFX-Shots sind ganz liebevoll gemacht, aber seien wir mal ehrlich: Was die BBC mit der heute in der zweiten Staffel beginnenden Sherlock-Serie gemacht hat, ist des Stoffs einfach mehr würdig also so ein Batlock wie im Film. 6 IMDB-Punkte
Wesentlich ergreifender fand ich Warrior, der hier in Deutschland als Direct-to-Video Release einen Auftakt machen wird. Im Grunde genommen ist der Film ein klassischer Million Dollar Baby meets Rocky, im Mixed-Martial-Arts Umfeld.
Der Sport wird schon ziemlich packend rübergebracht, die herzergreifende Familienstory drumherum ist ebenfalls recht gut inszeniert. Topfilm, ich würde ihn direkt ein zweites Mal anschauen. Und über die harten Schultermuskeln von Tom Hardy (zukünftiger Bane im nächsten Batman) kommt man nicht drüber weg. 9 IMDB-Punkte.
Montag, 26. Dezember 2011
Spielerückblick 2011
....und weiter gehts mit den Spielen, die in 2011 rauskamen.
Die Spiele, die ich nicht wirklich ertragen habe oder aus anderen Gründen in der Versenkung verschwanden, aufsteigend sortiert nach wollt ihr mich verarschen?
Skyrim
Eigentlich habe ich Skyrim nur aus Selbsterhaltungstrieb nicht gespielt. Wenn ich mir angucke, dass zahlreiche Freunde laut Steam-Liste über 100 Stinden hiermit verbracht haben, erinnere ich mich an meine schlimmsten Fallout3-Zeiten zurück.
» Vollständiger ArtikelThe Bad and Ugly
Die Spiele, die ich nicht wirklich ertragen habe oder aus anderen Gründen in der Versenkung verschwanden, aufsteigend sortiert nach wollt ihr mich verarschen?
Skyrim
Eigentlich habe ich Skyrim nur aus Selbsterhaltungstrieb nicht gespielt. Wenn ich mir angucke, dass zahlreiche Freunde laut Steam-Liste über 100 Stinden hiermit verbracht haben, erinnere ich mich an meine schlimmsten Fallout3-Zeiten zurück.
Sonntag, 25. Dezember 2011
Serienrückblick 2011
2011 war nicht gerade das schlechteste Jahr für einen Medienjunkie wie mich. Alle Serien sind in Weihnachtspause, es kommen keine neuen Spiele mehr raus - was liegt also näher als ein Jahresrückblick?
Dieses Jahr war auch Zeit ein paar alte Zöpfe abzuschneiden, aufsteigend sortiert nach Bwaaaah, ich ertrags nicht mehr
Chuck
War schon viel zu lange more of the same, die neue Staffel hatte einen völlig uninteressanten Ausgangspunkt, und Yvonne Strahovski kurze Haare. Da hält mich nicht viel.
Eureka
Wurde in der letzten Staffel zu einer unsagbare schlechten Soap, bei der auch die Autoren nicht mehr wussten was sie hier eigentlich verkaufen wollen.
Grimm 2011
Hier habe ich schon nach 2 Folgen abgebrochen, da sowohl Hauptdarsteller als auch Plotline so dermaßen 08/15 waren, dass ich überhaupt kein Potential in der Story sah.
Once Upon A Time 2011
Ähnlich wie Grimm eine neue Märchenserie. Während Grimm sich eher auf eine Monster of the Week-Thematik mit ein paar Buffy-Elementen herausgesucht hat, geht Once upon a Time den familienfreundlicheren Weg und bringt mehr Charakterspiel und übergreifende Story auf den Tisch. Dennoch wurde es mir hier nach 6 Folgen zu unambitioniert und zu soapig.
Bored Walk Empire
Obwohl ich die erste Staffel eigentlich recht spannend fand, hatte ich überhaupt keine Motivation die zweite auch nur ansatzweise zu verfolgen. Für mich war die Story rund um Nookie erzählt, mehr will ich nicht.
The Walking Dead
Schon die erste Staffel fand ich enorm schlecht; das packende Ausgangsszenario wurde erstickt in einem Keim an langweiligen Filler-Episoden mit hölzernen Darstellern und keinem überspringenden Funken. Die erste Folge der zweiten Staffel war noch schlechter, als die letzte endete - für mich war da klar, dass ich davon nichts weiter ertragen würde.
Wilfred 2011
Von der Beschreibung her klang Wilfred eigentlich genau richtig für mich: Etwas verrückte Story eines depressiven Typen, der seinen Nachbarshund in Menschenform sprechen hört und sich mit ihm anfreundet und Lebensweisheiten vermittelt bekommt. Für mich war das aber so over the top, dass mich die Interaktion der beiden Hauptdarsteller um die Nerven gebracht hat.
Nikita
Eine ganze Staffel hiervon habe ich nur wegen Maggie Q ertragen, aber das muss reichen. Die Story wurde ab Ende der ersten Staffel so sehr auf Girlie-Action umgetrimmt, dass ich mich bewusst von der Zielgruppe distanzieren musste.
2011 sind auch einige Serien ausgelaufen, bzw. abgebrochen worden, denen ich bis zum (teils bitteren) Ende treu geblieben bin. Diesmal aufsteigend sortiert nach Argh, warum habt ihr das abgebrochen!
» Vollständiger ArtikelAbgebrochene Serien
Dieses Jahr war auch Zeit ein paar alte Zöpfe abzuschneiden, aufsteigend sortiert nach Bwaaaah, ich ertrags nicht mehr
Chuck
War schon viel zu lange more of the same, die neue Staffel hatte einen völlig uninteressanten Ausgangspunkt, und Yvonne Strahovski kurze Haare. Da hält mich nicht viel.
Eureka
Wurde in der letzten Staffel zu einer unsagbare schlechten Soap, bei der auch die Autoren nicht mehr wussten was sie hier eigentlich verkaufen wollen.
Grimm 2011
Hier habe ich schon nach 2 Folgen abgebrochen, da sowohl Hauptdarsteller als auch Plotline so dermaßen 08/15 waren, dass ich überhaupt kein Potential in der Story sah.
Once Upon A Time 2011
Ähnlich wie Grimm eine neue Märchenserie. Während Grimm sich eher auf eine Monster of the Week-Thematik mit ein paar Buffy-Elementen herausgesucht hat, geht Once upon a Time den familienfreundlicheren Weg und bringt mehr Charakterspiel und übergreifende Story auf den Tisch. Dennoch wurde es mir hier nach 6 Folgen zu unambitioniert und zu soapig.
Bored Walk Empire
Obwohl ich die erste Staffel eigentlich recht spannend fand, hatte ich überhaupt keine Motivation die zweite auch nur ansatzweise zu verfolgen. Für mich war die Story rund um Nookie erzählt, mehr will ich nicht.
The Walking Dead
Schon die erste Staffel fand ich enorm schlecht; das packende Ausgangsszenario wurde erstickt in einem Keim an langweiligen Filler-Episoden mit hölzernen Darstellern und keinem überspringenden Funken. Die erste Folge der zweiten Staffel war noch schlechter, als die letzte endete - für mich war da klar, dass ich davon nichts weiter ertragen würde.
Wilfred 2011
Von der Beschreibung her klang Wilfred eigentlich genau richtig für mich: Etwas verrückte Story eines depressiven Typen, der seinen Nachbarshund in Menschenform sprechen hört und sich mit ihm anfreundet und Lebensweisheiten vermittelt bekommt. Für mich war das aber so over the top, dass mich die Interaktion der beiden Hauptdarsteller um die Nerven gebracht hat.
Nikita
Eine ganze Staffel hiervon habe ich nur wegen Maggie Q ertragen, aber das muss reichen. Die Story wurde ab Ende der ersten Staffel so sehr auf Girlie-Action umgetrimmt, dass ich mich bewusst von der Zielgruppe distanzieren musste.
Beendete Serien
2011 sind auch einige Serien ausgelaufen, bzw. abgebrochen worden, denen ich bis zum (teils bitteren) Ende treu geblieben bin. Diesmal aufsteigend sortiert nach Argh, warum habt ihr das abgebrochen!
Mittwoch, 14. Dezember 2011
Garvin, hörst Du gerne Musik?
Per E-Mail kam heute eine Frage rein: "Garvin, hörst Du gerne Musik?"
Executive Summary: Nein. Aber ich würde, wenn man mich ließe.
In der Schule war alles noch so einfach. Man fuhr mit seinem Walkman im Schulbus, tauschte mit Klassenkameraden die Kassetten aus und sprach ständig über die coolste, neueste, härteste oder witzigste Musik. Oder hörte im Erdkundeunterricht den Mitschülern beim plaudern darüber zu. Und zuhause lief während den Hausaufgaben MTV mit den coolsten neuen Nirvana-Videos, über die man sich am nächsten Tag dann unterhalten konnte.
Und schon waren die Neunziger vorbei, und alles ändert sich. MTV und VIVA haben mir Musikvideos Anfang 2000 madig gemacht, da von einer Stunde TV-Programm ungefähr 15 Minuten Musik liefern. Man hörte den Jamba-Werbejingle am Tag öfter, als ein gutes Lied.
Meine eigene Musiksammlung kenne ich inzwischen in- und auswendig, und packe sie höchstens mal aus wenn ich neue Handy-Klingeltöne brauche. Radio wird auf der Arbeit nicht mehr gehört, seit die Werbeunterbrechungen nur noch aus psychoakkustisch hervorgehobenen Frequenzbändern bestehen und man öfter doofe Radiomoderatoren bei schlechter Stand-Up-Comedy bzw. Comedy-Programmen mit Promi-Imitationsstimmen (Poldi...) hören muss als Musik. Denn das, was von der Musik übrig bleibt ist eine Heavy Rotation von 20 Musiktiteln in der Woche.
Während der Berufspendelei gucke ich TV-Serien, höre Podcasts, lese Bücher. Die wenige aktuelle Musik, die ich aus TV-Berieselung mitbekomme höre ich nur ein paar Mal, dann habe ich genug, weil ich wiederholenden Content nicht ertragen kann - egal wie schön ein Lied auch ist, öfter als 15-20mal kann ich es innerhalb von 5 Jahren nicht gewollt hören.
Was bleibt also in den Modernen Zehnern (ab wann lassen wir 2000 eigentlich wieder weg?) übrig? Richtig, Internetradio.
Und ich hasse Internetradio, aus mehreren Gründen.
Hauptsächlich ist da die stark schwankende Qualität und Normalisierung der Lieder (I'm looking at you, Youtube and Grooveshark!). Mal hört man minderwertig geripptes Zeug, mal tonverzerrt, und meistens total abstruse Musik von Künstlern, die man gerne wieder direkt vergessen würde. Mein 'Web of Trust' mit idempotentischer Geschmacksverteilung ist leider non-existent, zumal es einfach zu viele schwankende Musikplattformen gibt die gerade en vogue sind, bevor sie von der Musikindustrie in Grund und Boden geklagt wurden.
Was von der Musik nach GEMA-Bereinigung im Internet zurückbleibt ist ein trauriges Rinnsal an nicht für mich gemachter Musik; die Filtermechanismen die wirklich auf mich geeignetes Material produzieren müssen wohl noch gefunden werden, da mein Geschmack von Slipknot bis zu Robbie Williams reicht.
Ganz abgesehen davon ist Internetradio in Deutschland finanziell unattraktiv (I'm looking at you, Simfy - 10 Euro im Monat?). Wofür zahle ich eigentlich noch gleich GEZ, wenn ich für Musikkonsum extra zur Kasse gebeten werde? Und zwischen gefühlten 7 Milliarden Internetradio-Streams mal einen vernünftigen herauszufinden klingt für mich mehr nach Arbeit als nach Entspannung.
In den letzten 10 Jahren habe ich vermutlich rund 300 Lieder gehört. Ich wäre durchaus bereit, mich da wieder auf etwas neues einzulassen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die richtige Antwort auf die Frage müsste aber daher wohl lauten: "Nicht gerne genug, um dafür die Schmerzen in Kauf zu nehmen".
Executive Summary: Nein. Aber ich würde, wenn man mich ließe.
In der Schule war alles noch so einfach. Man fuhr mit seinem Walkman im Schulbus, tauschte mit Klassenkameraden die Kassetten aus und sprach ständig über die coolste, neueste, härteste oder witzigste Musik. Oder hörte im Erdkundeunterricht den Mitschülern beim plaudern darüber zu. Und zuhause lief während den Hausaufgaben MTV mit den coolsten neuen Nirvana-Videos, über die man sich am nächsten Tag dann unterhalten konnte.
Und schon waren die Neunziger vorbei, und alles ändert sich. MTV und VIVA haben mir Musikvideos Anfang 2000 madig gemacht, da von einer Stunde TV-Programm ungefähr 15 Minuten Musik liefern. Man hörte den Jamba-Werbejingle am Tag öfter, als ein gutes Lied.
Meine eigene Musiksammlung kenne ich inzwischen in- und auswendig, und packe sie höchstens mal aus wenn ich neue Handy-Klingeltöne brauche. Radio wird auf der Arbeit nicht mehr gehört, seit die Werbeunterbrechungen nur noch aus psychoakkustisch hervorgehobenen Frequenzbändern bestehen und man öfter doofe Radiomoderatoren bei schlechter Stand-Up-Comedy bzw. Comedy-Programmen mit Promi-Imitationsstimmen (Poldi...) hören muss als Musik. Denn das, was von der Musik übrig bleibt ist eine Heavy Rotation von 20 Musiktiteln in der Woche.
Während der Berufspendelei gucke ich TV-Serien, höre Podcasts, lese Bücher. Die wenige aktuelle Musik, die ich aus TV-Berieselung mitbekomme höre ich nur ein paar Mal, dann habe ich genug, weil ich wiederholenden Content nicht ertragen kann - egal wie schön ein Lied auch ist, öfter als 15-20mal kann ich es innerhalb von 5 Jahren nicht gewollt hören.
Was bleibt also in den Modernen Zehnern (ab wann lassen wir 2000 eigentlich wieder weg?) übrig? Richtig, Internetradio.
Und ich hasse Internetradio, aus mehreren Gründen.
Hauptsächlich ist da die stark schwankende Qualität und Normalisierung der Lieder (I'm looking at you, Youtube and Grooveshark!). Mal hört man minderwertig geripptes Zeug, mal tonverzerrt, und meistens total abstruse Musik von Künstlern, die man gerne wieder direkt vergessen würde. Mein 'Web of Trust' mit idempotentischer Geschmacksverteilung ist leider non-existent, zumal es einfach zu viele schwankende Musikplattformen gibt die gerade en vogue sind, bevor sie von der Musikindustrie in Grund und Boden geklagt wurden.
Was von der Musik nach GEMA-Bereinigung im Internet zurückbleibt ist ein trauriges Rinnsal an nicht für mich gemachter Musik; die Filtermechanismen die wirklich auf mich geeignetes Material produzieren müssen wohl noch gefunden werden, da mein Geschmack von Slipknot bis zu Robbie Williams reicht.
Ganz abgesehen davon ist Internetradio in Deutschland finanziell unattraktiv (I'm looking at you, Simfy - 10 Euro im Monat?). Wofür zahle ich eigentlich noch gleich GEZ, wenn ich für Musikkonsum extra zur Kasse gebeten werde? Und zwischen gefühlten 7 Milliarden Internetradio-Streams mal einen vernünftigen herauszufinden klingt für mich mehr nach Arbeit als nach Entspannung.
In den letzten 10 Jahren habe ich vermutlich rund 300 Lieder gehört. Ich wäre durchaus bereit, mich da wieder auf etwas neues einzulassen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die richtige Antwort auf die Frage müsste aber daher wohl lauten: "Nicht gerne genug, um dafür die Schmerzen in Kauf zu nehmen".
Dienstag, 4. Oktober 2011
Warum Apple den Presse-Event nich streamt
... ist mir ziemlich schleierhaft. Seit einigen Monaten warten die Leute mit iPhone 3GS nach Ablauf der 2-Jahresvertragsfrist auf ein neues iPhone, das unweigerlich kommen muss.
Überhaupt sind die Apple-Hardwarevorstellungen bei Investitionswilligen Apple-Fans hoch im Kurs, die Kundenbindung dadurch genauso. Einen derartigen Event nicht zu streamen ist ein Kopfstoss für genau die Leute, die Apples Multiplikatoren sind.
Anstelle offiziell (und damit PR-geschönt) die News von Apple geliefert zu bekommen sind die Nerds jetzt auf Second-Hand-Überlieferungen angewiesen, die im Zweifel Fakten falsch wiedergeben könnten oder falsch bewerten (egal ob zu positiv oder negativ).
Den PR-Effekt einer Produktvorstellung abhängig von fremden Livetickern zu machen klingt merkwürdig. Zumal Investoren und Presse kritisch äussern, dass Tim Cook nun den Vertrauensvorschuss belegen muss und den Weg von Steve Jobs fortführen kann. Dass er dies nicht sofort öffentlich tut, zeugt von einer gewissen Skepsis Apples.
Einen Live-Auftritt vermeidet man doch nur, wenn ein ausreichend großes Risiko besteht, dass etwas schief geht?
Jeder Hersteller wäre froh, bei seinen Produktvorstellungen eine ähnliche Masse an Interessenten zu haben; doch Apple schert sich wiederholt nicht drum - auch Steves letzte Keynote wurde nur "illegal" gestreamt, also sogar dem potentiellen Kunden noch ruckelnder Kompressionsmüll vorgesetzt anstelle einer zeitgemäßen Online-Präsentation.
The garv is annoyed. Und ja: White people's problems.
Überhaupt sind die Apple-Hardwarevorstellungen bei Investitionswilligen Apple-Fans hoch im Kurs, die Kundenbindung dadurch genauso. Einen derartigen Event nicht zu streamen ist ein Kopfstoss für genau die Leute, die Apples Multiplikatoren sind.
Anstelle offiziell (und damit PR-geschönt) die News von Apple geliefert zu bekommen sind die Nerds jetzt auf Second-Hand-Überlieferungen angewiesen, die im Zweifel Fakten falsch wiedergeben könnten oder falsch bewerten (egal ob zu positiv oder negativ).
Den PR-Effekt einer Produktvorstellung abhängig von fremden Livetickern zu machen klingt merkwürdig. Zumal Investoren und Presse kritisch äussern, dass Tim Cook nun den Vertrauensvorschuss belegen muss und den Weg von Steve Jobs fortführen kann. Dass er dies nicht sofort öffentlich tut, zeugt von einer gewissen Skepsis Apples.
Einen Live-Auftritt vermeidet man doch nur, wenn ein ausreichend großes Risiko besteht, dass etwas schief geht?
Jeder Hersteller wäre froh, bei seinen Produktvorstellungen eine ähnliche Masse an Interessenten zu haben; doch Apple schert sich wiederholt nicht drum - auch Steves letzte Keynote wurde nur "illegal" gestreamt, also sogar dem potentiellen Kunden noch ruckelnder Kompressionsmüll vorgesetzt anstelle einer zeitgemäßen Online-Präsentation.
The garv is annoyed. Und ja: White people's problems.
Donnerstag, 25. August 2011
Super 8, Planet of the Apes, The Mechanic
Vorab Notiz an mich: Zu Kinofilmen immer Felix mitnehmen; statistisch ziemlich konstant waren fast alle zuletzt mit ihm geguckten Filme immer gut. Alternativ habe ich es auch nur endlich gelernt, vorab die Spreu vom Heu zu trennen.
In den letzten 7 Tagen habe ich es zweimal ins Kino geschafft; trotz organisatorischer Unzulänglichkeiten ist das eine verdammt gute Quote.
Rise of the Planet of the Apes
Der eine Film war Rise of the Planet of the Apes. Für mich sowieso ein Pflichtfilm, da ich den 1968er Klassiker Planet of the Apes für meine persönliche Filmgeschichte als Meilenstein ansehe (und daher auch das schlimme Wahlberg-Remake über mich hatte ergehen lassen). Das ganze siedelt sich als Vorspiel zum Filmklassiker an und beschreibt, wie die Affen an die Weltherrschaft kamen. Dabei schlägt der Film viele menschliche und sanfte Töne an, zeigt das Aufwachsen von Schlaubi-Affe Caesar. Der Großteil des Films wird dialogarm und mit viel Emotionen, Bild- und Zeichensprache getragen - und erinnert damit fast etwas an E.T. oder Wall-E.
Die Emotionen des mal wieder von Andy Serkis großartig digitalisiert-animierten Affens. Erst im letzten Drittel kommt dann das obligatorische Actionfeuerwerk dazu, das hätte ich in dem Film garnicht unbedingt gebraucht - zumal ich eher ständig über den Realismus der Affenrevolution nachdenken musste.
Insgesamt trägt der Film ein bekanntes Thema über die Grundlagen von Menschlichkeit und Sozialität ganz nett hervor, auch James diFranco hat seinen Charakter für mich mal wieder charismatisch vorgetragen. 7/10 Punkten, vor allem weil mir bei solchen Prequel-Filmen das im Hinterkopf bekannte Ende den Genuss senkt, und weil man schon auch etwas auf die Klischee-Schubladen zurückgreift.
Super 8
Zweiter Kino-Film war die Spielberg/JJ Abrams-Co-Produktion Super 8. Die Trailer bewerben den Film etwas als klassische 80er-Jahre Mixtur aus E.T. und The Goonies. Kurzgefasst trifft es das absolut. Super8 ist ein (ohne Starschauspieler) toll emotionalisierender und ruhiger, charaktergetragener Film über eine Gruppe Jugendlicher, die bei einer riesigen Militärverschwörung ihren Mann stehen müssen.
Das ganze beginnt mit einem Schüler-Projekt, in dem die Gruppe einen eigenen Film (mit Zombies!) drehen will und dabei eines Abends mitten in ein gigantisches Zugunglück gerät, dass die ein oder andere spektakuläre Auswirkung auf die idyllische Kleinstadt und die Kinder hat.
Die im Film aufgebaute Atmosphäre ist etwas, dass mich absolut zurück in die Filme der 80er versetzt. Kleinste Details sind stimmig, Kleidung und Einrichtung fühlen sich so wohlig heimisch an, das man sich bei dem Film wie in ein kleines Nest einkuscheln möchte. Man spürt die Begeisterung der Kinder für ihr Filmprojekt, erlebt die Verschwörung durch ihre Augen.
Und selbst wenn der Film mit Effekten aufwartet, die einem Bruckheimer-Blockbuster in nichts nachstehen, tut er das auf eine derart faszinierende Art und Weise, dass man wie beim Zugcrash Minutenlang mit offenem Mund auf den Schirm glotzt und nur noch ein "Wow" hinauskeucht. Genauso begeistert bin ich von dem tollen Casting der kleinen Schauspielern - jeder trägt seinen Teil bei: Ob die aufrichtige und leidende Motivation Joe, das begeisterte Bossing von Fattie-Charles oder das einfach tiefgründige und fesselnde Acting von Alice (Elle Fanning, für mich der Star des Films).
Abzug in der B-Note gibt's in dem Film natürlich für die nervig überfrachteten JJ-Lens-Flares und hauptsächlich für das letzte Drittel des Films, wo man doch wieder den stumpfsinnigen Kriegsactionanteil in die Höhe treibt und auch etwas unglaubwürdig wirkt. Da hat Spielberg damals mit ET doch irgendwie das bessere Konzept gehabt. Wie der Name schon suggeriert kriegt Super 8 von mir 8 IMDB-Punkte.
The Mechanic
Nachdem ich jetzt mit Punkten um mich geworfen habe, muss man das ganze auch wieder etwas aufwiegen. An einem öden Sonntagnachmittagabend haben wir uns zwar in bester Gesellschaft, aber mit miesester Filmauswahl beschäftigt: The Mechanic. Normalerweise ist Jason Statham für mich ein Garant für actionlastiges Popcorn-Kino, aber was der Mechanic hier storymäßig aus dem Hut zaubert, zaubert mir den Hut ins Gesicht, unter die Augen und bis über die Kinnlade. Herr, wirf Sinn vom Himmel - was hier präsentiert wird hat weder Hand, Halt noch Fuß. Die Aneinanderreihung von unmotivierten Handlungssträngen ohne Moral und Ambition lässt einem Haare wie Schuppen vor den Augen herunterfallen. Und wenn Herr Statham dann wenigstens mal ein paar seiner Signature-Kampfmoves ausführen darf, dann nur in Minimalstdauer - der Rest ist hirnlose Ballerei.
Falls mein Fazit bis hierhin noch nicht so durchschien: Bitte nicht angucken. 2/10 IMDB-Punkten.
...and one more thing (in memoriam)
Auch vor kurzem gesehen, aber nicht mehr präsent genug um dafür gut reviewen zu können:
Hall Pass, total tolle Komödie über Seitensprünge mit etwas Slapstick und viel Sub-Gürtellinie-Scherzen á la Forgetting Sarah Marshall (8 IMDB-Punkte).
The Fighter, Charakterfilm über die schlängelhaft verlaufende Sportkarriere eines Boxers . Meisterhafter Co-Star in Gestalt von Christian Bale, der dafür mehr als einen Oscar verdient hätte. Sehr toller Film mit viel spürbarem Herzblut, aber von Wahlberg nicht so ganz perfekt ausgefüllt (8 IMDB-Punkte).
In den letzten 7 Tagen habe ich es zweimal ins Kino geschafft; trotz organisatorischer Unzulänglichkeiten ist das eine verdammt gute Quote.
Rise of the Planet of the Apes
Der eine Film war Rise of the Planet of the Apes. Für mich sowieso ein Pflichtfilm, da ich den 1968er Klassiker Planet of the Apes für meine persönliche Filmgeschichte als Meilenstein ansehe (und daher auch das schlimme Wahlberg-Remake über mich hatte ergehen lassen). Das ganze siedelt sich als Vorspiel zum Filmklassiker an und beschreibt, wie die Affen an die Weltherrschaft kamen. Dabei schlägt der Film viele menschliche und sanfte Töne an, zeigt das Aufwachsen von Schlaubi-Affe Caesar. Der Großteil des Films wird dialogarm und mit viel Emotionen, Bild- und Zeichensprache getragen - und erinnert damit fast etwas an E.T. oder Wall-E.
Die Emotionen des mal wieder von Andy Serkis großartig digitalisiert-animierten Affens. Erst im letzten Drittel kommt dann das obligatorische Actionfeuerwerk dazu, das hätte ich in dem Film garnicht unbedingt gebraucht - zumal ich eher ständig über den Realismus der Affenrevolution nachdenken musste.
Insgesamt trägt der Film ein bekanntes Thema über die Grundlagen von Menschlichkeit und Sozialität ganz nett hervor, auch James diFranco hat seinen Charakter für mich mal wieder charismatisch vorgetragen. 7/10 Punkten, vor allem weil mir bei solchen Prequel-Filmen das im Hinterkopf bekannte Ende den Genuss senkt, und weil man schon auch etwas auf die Klischee-Schubladen zurückgreift.
Super 8
Zweiter Kino-Film war die Spielberg/JJ Abrams-Co-Produktion Super 8. Die Trailer bewerben den Film etwas als klassische 80er-Jahre Mixtur aus E.T. und The Goonies. Kurzgefasst trifft es das absolut. Super8 ist ein (ohne Starschauspieler) toll emotionalisierender und ruhiger, charaktergetragener Film über eine Gruppe Jugendlicher, die bei einer riesigen Militärverschwörung ihren Mann stehen müssen.
Das ganze beginnt mit einem Schüler-Projekt, in dem die Gruppe einen eigenen Film (mit Zombies!) drehen will und dabei eines Abends mitten in ein gigantisches Zugunglück gerät, dass die ein oder andere spektakuläre Auswirkung auf die idyllische Kleinstadt und die Kinder hat.
Die im Film aufgebaute Atmosphäre ist etwas, dass mich absolut zurück in die Filme der 80er versetzt. Kleinste Details sind stimmig, Kleidung und Einrichtung fühlen sich so wohlig heimisch an, das man sich bei dem Film wie in ein kleines Nest einkuscheln möchte. Man spürt die Begeisterung der Kinder für ihr Filmprojekt, erlebt die Verschwörung durch ihre Augen.
Und selbst wenn der Film mit Effekten aufwartet, die einem Bruckheimer-Blockbuster in nichts nachstehen, tut er das auf eine derart faszinierende Art und Weise, dass man wie beim Zugcrash Minutenlang mit offenem Mund auf den Schirm glotzt und nur noch ein "Wow" hinauskeucht. Genauso begeistert bin ich von dem tollen Casting der kleinen Schauspielern - jeder trägt seinen Teil bei: Ob die aufrichtige und leidende Motivation Joe, das begeisterte Bossing von Fattie-Charles oder das einfach tiefgründige und fesselnde Acting von Alice (Elle Fanning, für mich der Star des Films).
Abzug in der B-Note gibt's in dem Film natürlich für die nervig überfrachteten JJ-Lens-Flares und hauptsächlich für das letzte Drittel des Films, wo man doch wieder den stumpfsinnigen Kriegsactionanteil in die Höhe treibt und auch etwas unglaubwürdig wirkt. Da hat Spielberg damals mit ET doch irgendwie das bessere Konzept gehabt. Wie der Name schon suggeriert kriegt Super 8 von mir 8 IMDB-Punkte.
The Mechanic
Nachdem ich jetzt mit Punkten um mich geworfen habe, muss man das ganze auch wieder etwas aufwiegen. An einem öden Sonntagnachmittagabend haben wir uns zwar in bester Gesellschaft, aber mit miesester Filmauswahl beschäftigt: The Mechanic. Normalerweise ist Jason Statham für mich ein Garant für actionlastiges Popcorn-Kino, aber was der Mechanic hier storymäßig aus dem Hut zaubert, zaubert mir den Hut ins Gesicht, unter die Augen und bis über die Kinnlade. Herr, wirf Sinn vom Himmel - was hier präsentiert wird hat weder Hand, Halt noch Fuß. Die Aneinanderreihung von unmotivierten Handlungssträngen ohne Moral und Ambition lässt einem Haare wie Schuppen vor den Augen herunterfallen. Und wenn Herr Statham dann wenigstens mal ein paar seiner Signature-Kampfmoves ausführen darf, dann nur in Minimalstdauer - der Rest ist hirnlose Ballerei.
Falls mein Fazit bis hierhin noch nicht so durchschien: Bitte nicht angucken. 2/10 IMDB-Punkten.
...and one more thing (in memoriam)
Auch vor kurzem gesehen, aber nicht mehr präsent genug um dafür gut reviewen zu können:
Hall Pass, total tolle Komödie über Seitensprünge mit etwas Slapstick und viel Sub-Gürtellinie-Scherzen á la Forgetting Sarah Marshall (8 IMDB-Punkte).
The Fighter, Charakterfilm über die schlängelhaft verlaufende Sportkarriere eines Boxers . Meisterhafter Co-Star in Gestalt von Christian Bale, der dafür mehr als einen Oscar verdient hätte. Sehr toller Film mit viel spürbarem Herzblut, aber von Wahlberg nicht so ganz perfekt ausgefüllt (8 IMDB-Punkte).
Mittwoch, 29. Juni 2011
The Hitchhiker's Guide to Galaxy: And Another Thing...
Urlaubszeit war für mich dieses Jahr nicht nur ein Trip ins schöne Portugal (Algarve) sondern auch mal die Möglichkeit mich eine ganze Woche digital abzunabeln und mal das analoge Leben auszukosten. Dafür habe ich einiges an Urlaubsmaterial mitgenommen: Hitchhiker's Guide to Galaxy: And Another Thing (Eoin Colfer), Night Watch: A Discworld Novel und World War: Z.
Schon nach kurzem Vorablesen vor dem Urlaub flog The Curious Incident of the Dog in the Night-time aus der Lese-Queue. Das Buch handelt von einem autistischen Jungen der den Mordfall des Nachbarshunds aufklären will, und den Leser dabei in die strikte und schlichte Lebens-Struktur eines Autisten entführt. Im Grunde genommen total spannend, leider konnte ich mit dem darauf abgestimmten Schreibstil garnicht klarkommen. Abgehakte, kurze Sätze mit sehr faktischem Bericht und vom Autoren etwas gekünstelt eingestreutem, unsubtilem Autisten-Humor haben mir nach zwei dutzend Seiten schon die Kante gegeben.
Ähnlich erging es mir, als ich nach einigen Fehlanläufen Pratchetts Night Watch anfing. Mir wurde das Buch als Zeitreise-Krimi angepriesen, was es auch inhaltlich sicher erfüllt - leider kam ich aber zum erneuten Male mit Pratchetts Stil überhaupt nicht zurecht. Seine Mischung der direkten Rede unterschiedlicher Charaktere, deren jeweiliger Denk- und Handlungsweise und die zahlreichen Referenzen sind mir einfach zu konfus, der Stream of consciousness zu unstrukturiert und zu verschachtelt. Ein Gedanke und Bild hüpft zum nächsten und lässt in mir nur aggressive Verwirrung entstehen.
Also habe ich mich hauptsächlich im Urlaub dem safe bet gewidmet: Dem sechsten Teil der Trilogie des Hitchhiker's Guide to Galaxy. Da Ursprungsautor Douglas Adams ja leider verstarb, bevor er die Buchserie zu kreativer Höhe fortführen konnte, wurde es nun mit Unterstützung von Adams' Witwe an den bekannteren Kinder-Autoren Eoin Colfer (Artemis Fowl) durchgereicht. Dieser hat sich der Serie angenommen und versucht ein paar lose Enden irgendwie miteinander zu verknüpfen.
» Vollständiger ArtikelSchon nach kurzem Vorablesen vor dem Urlaub flog The Curious Incident of the Dog in the Night-time aus der Lese-Queue. Das Buch handelt von einem autistischen Jungen der den Mordfall des Nachbarshunds aufklären will, und den Leser dabei in die strikte und schlichte Lebens-Struktur eines Autisten entführt. Im Grunde genommen total spannend, leider konnte ich mit dem darauf abgestimmten Schreibstil garnicht klarkommen. Abgehakte, kurze Sätze mit sehr faktischem Bericht und vom Autoren etwas gekünstelt eingestreutem, unsubtilem Autisten-Humor haben mir nach zwei dutzend Seiten schon die Kante gegeben.
Ähnlich erging es mir, als ich nach einigen Fehlanläufen Pratchetts Night Watch anfing. Mir wurde das Buch als Zeitreise-Krimi angepriesen, was es auch inhaltlich sicher erfüllt - leider kam ich aber zum erneuten Male mit Pratchetts Stil überhaupt nicht zurecht. Seine Mischung der direkten Rede unterschiedlicher Charaktere, deren jeweiliger Denk- und Handlungsweise und die zahlreichen Referenzen sind mir einfach zu konfus, der Stream of consciousness zu unstrukturiert und zu verschachtelt. Ein Gedanke und Bild hüpft zum nächsten und lässt in mir nur aggressive Verwirrung entstehen.
Also habe ich mich hauptsächlich im Urlaub dem safe bet gewidmet: Dem sechsten Teil der Trilogie des Hitchhiker's Guide to Galaxy. Da Ursprungsautor Douglas Adams ja leider verstarb, bevor er die Buchserie zu kreativer Höhe fortführen konnte, wurde es nun mit Unterstützung von Adams' Witwe an den bekannteren Kinder-Autoren Eoin Colfer (Artemis Fowl) durchgereicht. Dieser hat sich der Serie angenommen und versucht ein paar lose Enden irgendwie miteinander zu verknüpfen.
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