
Lange hatte ich mir diesen Film schon (aus Gründen, die mir nicht mehr einfallen) für's Kino vorgemerkt.
Gestern hat es dann sogar tatsächlich geklappt, mir
The Life Aquatic with Steve Zissou gemeinsam mit Michael anzuschauen. Mal wieder im Kölner Metropolis, und in Englisch. Leider stellte sich auch irgendwann raus, dass es ein OmU (Original mit Untertitel) war - was ich echt störend finde. Lieber riskiere ich 10-15% des Filmes wegen der Englischen Sprache nicht zu verstehen, als die ganze Zeit auf deutschen Text zu starren. Denn obwohl man es nicht will, liest man trotzdem oft nach. Da die Schrift sogar immer kurz vor dem gesagten komplett gelesen werden kann, führt das auch zu einer ganz komischen Filmwahrnehmung. :-/
Zurück zum Film: Der Filmemachende Tiefseetaucher Steve Zissou (
Bill Murray) hat um sich ein kleines Team von Tauchkollegen geschaart und dreht mit ihnen Filme bzw. Dokumentationen. In einen dieser Dokumentationen, die das Team gerade auf der Premiere in Rom vorführt, kam ein langjähriger Freund Steves durch einen Jaguarhai-Angriff ums Leben. Also schwört Steve in Anwesenheit des Publikums, einen zweiten Teil zu drehen indem er jenen Jaguarhai mit Dynamit aus Rache in die Luft sprengt - was beim ungläubigen Publikum nicht besonders gut ankommt, die sich weder mit der Existenz eines Jaguarhais anfreunden können, noch dem etwas schrullig wirkenden und ins Alter gekommenem Steve Zissou überhaupt irgendetwas abnehmen können.
Unbeirrt davon begibt sich Steve mit seinem leicht desolaten Team, einer Reporterin (
Cate Blanchett) und einem jüngst aquirierten Sohn (
Owen Wilson) auf die gefährliche Fahrt. Dabei stellt sich dann heraus, dass Steve eine leicht überhebliche und realitätsverlustigte Art hat, und seine Dokumentationen ganz gut zu faken weiß...
Das erste was mir zu diesem Film einfällt: Konfus. Eigentlich genauso wie die beiden vorigen Filme
Wes Andersons, nämlich die das Familiendrama/comedy
The Royal Tenenbaums und das Teenager-Drama
Rushmore. Letzteren Film fand ich total beknackt, aber die Royals hatten mir für Life Aquatic eigentlich viel Hoffnung gemacht.
Der Film baut eine recht merkwürdige Atmosphäre um einen hervorragend spielenden Bill Murray auf, in der man eigentlich ständig rätselt, was der Film einem sagen will. Ist es eine Vaterschafts-Tragödie, eine Ozeanologen-Satire oder ein Film über die Tragik des Alterns und des Beruf-Endes? Oder ein Plädoyer für die Verfolgung der eigenen Ideale und Phantasie?
Mit häufig sehr starken Bildern und auch recht guten Schauspielern (Willem DaFoe, Bill Murray und Cate Blanchett sind wirklich ein herrliches Trio) erlebt man so eine Mischung aus Surrealität und Comedy und haarsträubenden Abenteuern. Stellenweise ist die trockene, schwarze Komik des Filmes wirklich genial und hat mich zum kugeln gebracht - aber genauso gibt es auch Stellen, wo ich nur Furchen auf meiner Stirn fühlte und mir dachte, was das denn jetzt bitte soll.
Sehr positiv hervorzuheben ist übrigens der Soundtrack, aus der Feder von David Bowie stammend. Nicht minder experimentell als der gesamte Film, mit sehr retro/midi-artigem Synthi-Sound - und trotzdem wirklich mitreißend. Insgesamt sehr stimmig auch mit den visuellen Effekten des Films - teilweise wurden hier nette, veraltete StopMotion-Animationen mit dezent aber hervorragender Computer-CG verbunden - und so einige Kamerafahrten über das Bootmodell sind wirklich hinreißend.
Wer also auf leicht verquere Filme mit merkwürdigem Humor steht, solche sich so etwas definitiv angucken. Wer auf Gelegenheits-Comedy steht wird hier sicher hart enttäuscht werden, genauso wie jemand der einen durchdachten, sinnvollen und schlüssigen Film erwartet. Ich zähle mich eher zu ersteren und gebe dem Film daher
7 IMDB-Punkte. Wenn ich irgendwann mal rausfinde worüber der Film wirklich handelte, werde ich das vielleicht noch aufwerten.
