Zum Geburtstag meines Bruders haben wir einmal die Gelegenheit genutzt, ausnahmsweise in die Sneak zu gehen. Ist doch eine schöne Überraschung und Abwechslung...

Der Filmvorspann liess böses vermuden: Etwas französisches. Und dann auch noch mit Gerhard Depardieu. Den kann ich ja nicht leiden, kommt in seiner stellenweise extremem Gestik schon an die Qualität Inspektor Clouseaus heran.
Letzterer Gedankengang bewahrheitet sich auch schneller als gedacht: Das ganze ist eine französische Ganovenklaumauke stärkster Machart namens
Quentin & Ruby.
Quentin (Depardieu) und Ruby (Jean Reno) landen durch ihre Schusseligkeit fast zeitgleich im Knast. Quentin ist der geborene, dumme und gutgläubige Gelegenheitsdieb, der seine Zellengenossen mit permanentem Redeschwall zur Weißglut bringt. Ruby hingegen ist der stille, stumme und professionelle Profi-Killer, der gerade 20 Millionen Euro eines Gangsterbosses geklaut hat. Die Polizei hat ein Interesse an diesem Boss, und setzt daher Quentin zusammen mit Ruby in eine Zelle, um ihn so auch in den Wahnsinn zu treiben.
Das eine kommt zum anderen, und kurzerhand wählt Quentin Ruby als seinen besten Freund und es gelingt beiden durch widrige Umstände, aus dem Knast zu entkommen. Es folgt eine klassische Polizeihetzjagd mit zahlreichen Pannen und Slapstick.

Obwohl ich eigentlich nicht auf Slapstick stehe, und lustige Franzosenfilme zumeist eher nicht lustig finden kann, hat mich dieser Film sehr positiv überrascht.
Die Kombination des dummem Quentins mit dem staubtrockenen Ruby ist einfach herrlich, und beide Schauspieler passen eigentlich perfekt in ihre Rolle. Dass Depardieu allerdings nur noch 1/4 seines Gewichts beträgt, ist mir irgendwann in den letzten Jahren jedoch entgangen.
Jedenfalls lässt der Film eigentlich kein Auge trocken, die einfachsten Gags werden durch einmalige Gestik wirklich einmalig. Spannend ist die Verfolgungsjagd zudem, so dass man sich rundum glücklich fühlen kann bei
Quentin & Ruby.
Wäre da nicht das herzlose Ende mit einer unnötigen Romanze und einem wirklich stupiden, unpassendem Schluss. Das drückt die Freude am Ende des Filmes noch einmal gewaltig und hinterläßt einen mehr als Faden Beigeschmack.
Trotzdem erhält der Film von mir 7 IMDB-Punkte. Wer Slapstick oder Inspektor Clouseau mag, sollte hier definitiv gut berraten sein; und wer das nicht tut, sollte sich zumindest ein paar Szenen mit Jean Reno ansehen und sich davon überzeugen, wie unterhaltsam der Film trotzdem ist. Trotz französischen Ursprungs.
