Dienstag, 6. Januar 2004
Open Source - Das Gute in uns?
Heute morgen bei der Zugfahrt kam mir ein interessanter Gedanke. Kann es sein, dass Programmierer/Entwickler die einzige Gruppe Berufsausübender sind, die ihre Arbeit kostenlos aus idealistischen Zwecken anderen zur Verfügung stellen (a.k.a OpenSource)? Kommerziell allein durch anschließende Dienstleistungen (Support, Einrichtung, Individualisierung, spezifische Weiterentwicklung) intendiert wird hier ein materieller Gegenwert in Form von arbeitserleichternden oder anderswie nutzbarer Materie in oftmals sehr leistungsfähiger Ausprägung verschenkt.
Wie lustig wäre es, wenn Bäcker ab und zu ihre Brötchen kostenlos verschenken, aber damit Appetit auf ihre Profi-Brötchen machen, oder kostenpflichtigen Support für Ihr Bauernbrot leisten?
Was wäre, wenn Handwerker freiwillig zu mir nach Hause kämen und meine Ethernet-Verkabelung legen, nur um meine freudenstrahlenden Augen zu sehen?
Wie lustig wäre es, wenn Bäcker ab und zu ihre Brötchen kostenlos verschenken, aber damit Appetit auf ihre Profi-Brötchen machen, oder kostenpflichtigen Support für Ihr Bauernbrot leisten?
Was wäre, wenn Handwerker freiwillig zu mir nach Hause kämen und meine Ethernet-Verkabelung legen, nur um meine freudenstrahlenden Augen zu sehen?
Wenn ein Autohersteller ein Automodell schenkt, bei dem ich nur Reparaturen und Upgrades zahlen muss, oder wenn ich das Auto an andere Autos anschließen will?
Wenn ich mir kostenlos einen Film im Kino ansehen kann, um mir im Nachhinein das Fotobuch vom Regisseur zu kaufen?
Wenn mir ein Rechtsanwalt kostenlos bei allen Internet-verwandten Themen juristischen Rat gibt, in der Hoffnung, dort auch meinen Ehevertrag aufzusetzen?
Ich entwickle selbst OpenSource, weil mich das Feedback stolz macht. Und weil ich selbst einen Nutzen von dem Programm habe, und ich durch die Mitarbeit daran etwas von diesem Nutzen zurückgeben möchte. Ich habe Spaß, gemeinsam mit Benutzern und Entwicklern eine Sache voran zu treiben und mit meinen Fähigkeiten die Welt etwas besser zu machen als sie vorher war.
Die Welt könnte richtig interessant werden, wenn den OpenSource-Gedanke auf andere Branchen umschwünge. Beispiele für Branchen, in denen das schon so ist, würden mich als Gegenargument natürlich sehr interessieren. Sowas wie Sozialarbeiter gilt aber nicht, da der materielle Gegenwert fehlt. Und Ärzte etc. werden ja über Krankenversicherung abgegolten. Einen Punkt habe ich extra aussen vorgelassen, vielleicht entsteht ja sogar eine Diskussion darüber.
Programmierer bzw. IT'ler sind die sozialeren Menschen.
Wenn ich mir kostenlos einen Film im Kino ansehen kann, um mir im Nachhinein das Fotobuch vom Regisseur zu kaufen?
Wenn mir ein Rechtsanwalt kostenlos bei allen Internet-verwandten Themen juristischen Rat gibt, in der Hoffnung, dort auch meinen Ehevertrag aufzusetzen?
Ich entwickle selbst OpenSource, weil mich das Feedback stolz macht. Und weil ich selbst einen Nutzen von dem Programm habe, und ich durch die Mitarbeit daran etwas von diesem Nutzen zurückgeben möchte. Ich habe Spaß, gemeinsam mit Benutzern und Entwicklern eine Sache voran zu treiben und mit meinen Fähigkeiten die Welt etwas besser zu machen als sie vorher war.
Die Welt könnte richtig interessant werden, wenn den OpenSource-Gedanke auf andere Branchen umschwünge. Beispiele für Branchen, in denen das schon so ist, würden mich als Gegenargument natürlich sehr interessieren. Sowas wie Sozialarbeiter gilt aber nicht, da der materielle Gegenwert fehlt. Und Ärzte etc. werden ja über Krankenversicherung abgegolten. Einen Punkt habe ich extra aussen vorgelassen, vielleicht entsteht ja sogar eine Diskussion darüber.

Programmierer bzw. IT'ler sind die sozialeren Menschen.

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Kommentare
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Bei Autowerkstätten habe ich eher das Gefühl, dass sowas nur aus Kulanz passiert wenn man eh Stammkunde ist, oder gerade etwas viel teureres reparieren lässt. Oder es läuft auf Kumpelbasis, unter der Hand, inoffiziell...
Was die ITler angeht: Das stimmt schon, nicht jeder beteiligt sich an OpenSource - da habe ich am Ende gut an der Pauschalglocke geläutet. Jedoch denke ich, dass der Prozentteil der Teilnehmer an OpenSource bei Entwicklern schon recht hoch ist. Ich tippe mal blauäugig auf 15%.

Ich für meinen Teil beliebäugel diese Sache schon seit längerem mit großem Interesse. Das sich das gesamte schon auf andere Branchen ausbreitet, kann man auch nicht mehr so ohne weiteres von der Hand weisen.
Gerade in der Musikbranche wird sich einiges tun, wenn sich NetAudio weiterhin so stark verbreitet. (Netaudio = kurzgesagt kostenlose Musik aus dem Netz, Stichworte: Netzlabel Beispiel: www.thinner.com)
@alp
Schön zu hören, das die Juristen auch mitziehen...obwohl die nicht immer als Menschen eingestuft werden (...das und noch ein Klischee

@garvin
Die Welt ist jetzt schon ziemlich interessant...



















