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Freitag, 29. Januar 2010

Liebes Tagesbuch,

lange habe ich Deine Seiten schon nicht mehr richtig beschrieben. Ich denke häufig an Dich, wie Du leise vor Dich hinelektronierst und Dich fragst, was ich wohl mache, womit ich mich beschäftige. Ich möchte Dir spannende Dinge berichten, Dir meine faszinierenden Gedankenwelten beschreiben.

Aber - still, leise und vor allem ungewollt, hatt sich eine kleine Getwitterwolke in mein Leben gedrängt. Ich weiß, ich weiß. Ich, von allen, hätte es besser wissen müssen. Habe es doch damals selber schon geahnt.

Es ist so unglaublich leicht, das was einen aktuell beschäftigt in einer 140-Zeichen Worthülse fallen zu lassen. Man kriegt erstaunlich viel in diesen 140 Zeichen unter, so dass ich mich häufig frage, warum dafür so viel Zeit und Geduld aufwenden um es in einen Blogartikel zu gießen? Wer liest das überhaupt? Will ich das überhaupt? Bringt es mir selber etwas? War es früher mit meinen länglichen Blogartikeln besser, oder schlechter?

Bei Twitter fühlt man sich irgendwie in einem Kollektiv, nicht so eingezwängt wie in seinen eigenen vier Blogwänden. Man fühlt sich lebendig, wenn in seiner Timeline immer etwas passiert, und man selbst dazu beiträgt. Die Muße, seine eigene Wohnung aufzuräumen ist viel geringer, wenn man eh ständig draußen ist,

Was ich aber mittlerweile festgestellt habe, ist die Gefahr von Twitter: Zu leicht reduziert man alles auf ein kurzes Statement. Man verfällt leichter in schwar/weiß-Denken, man verliert den Sinn für die feinen Graustufen dazwischen. Man muss nichts mehr ausarbeiten, das Gesagte geht eh in einem Schwall anderer Dinge unter. Der Anspruch an mich selbst sinkt, in der einfachen Gewohnheit kann man sich gut hängen lassen.

Diese Erkenntis hat mich nun motiviert, dieses Blog hier doch wieder etwas mehr zu nutzen. Auch wenn es nur für die Medien-, Film- und Serienberichte dienen muss. Aber mir fehlt doch das Ventil, meine zur Länglichkeit neigenden Gedankenwürste hübsch zu verpacken, mir beim Schreiben selbst Gedanken über das zu machen, was mich bewegt. Und die Rechtschreibreform und Grammatik mit nackten Füssen zu treten.

Alles bewusst analysieren, nicht einfach in 140 Zeichen dahinrotzen und selbstzufrieden zum nächsten Punkt überzugehen. Hier im Blog kann ich ich selbst sein, und muss nicht versuchen im Kollektiv mitzulaufen, eloquente One-Liner zu produzieren und um Aufmerksamkeit zu buhlen.

Das wirklich private, persönliche, hat hier im Blog schon lange Auszug gehalten - und das ist auch gut so. Wer weiß. Vielleicht fange ich ja jetzt endlich auch mal an mit einem echten Tagebuch. Wirklich nur für mich.

Twitter für das Kollektiv, das Momentane. Und mein Blog, um die Geschehnisse der Medienstürme in hübschen Grautönen zu färben.
Geschrieben von garvin in Blafasel um 10:07 | Kommentare (2) | Trackbacks (2)
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Die Gefahr von Twitter ...
Was ich aber mittlerweile festgestellt habe, ist die Gefahr von Twitter: Zu leicht reduziert man alles auf ein kurzes Statement. Man verfällt leichter in schwar/weiß-Denken, man verliert den Sinn für die feinen Graustufen dazwischen. Man muss nichts mehr
Weblog: Dirks Logbuch
Aufgenommen: Jan 29, 12:10
Das Blog leidet
Bewusst weise ich auf den Artikel hier im Blog und nicht vie Twitter hin. Garvin spricht mir und anscheinend auch Dirk aus der Seele. Aber - still, leise und vor allem ungewollt, hatt sich eine kleine Getwitterwolke in mein Leben gedrängt. Ich weiß, ic
Weblog: :: CrUisErs BLOG :: Privates Blog von Martin Eichenberg
Aufgenommen: Jan 29, 13:35

Kommentare
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*Nichts währt ewig ;)

Man muss nicht bloggen. Aber man kann. Und wenn man das verinnerlicht hat, dann kann man für sich selbst entscheiden, ob gerade Twitter, das Blog oder ganz was anderes passend ist.

Aber schön, dass ich hier wieder etwas mehr lesen kann :)
#1 Robert Lender (Link) am 30.01.2010 01:51 (Reply)
*"Diese Erkenntis hat mich nun motiviert, dieses Blog hier doch wieder etwas mehr zu nutzen."

Eine sehr gute Entscheidung, freut mich. Twitter ist toll und zu einigem zu gebrauchen. Ein Blogersatz will und kann Twitter allerdings nicht sein.

Einige Blogger investieren nur mehr Zeit in Twitter, die fürs Bloggen fehlt.

Ich denke, dass Blogs nachhaltiger sind als Twitter.
#2 Matthias (Link) am 02.02.2010 13:17 (Reply)

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Ich heiße Garvin Hicking, wohne in Köln und bin alt genug um ein Blog führen zu dürfen. Derzeit arbeite ich als Webentwickler bei Faktor E, bin gelegentlich selbständig tätig und arbeite mit PHP, (My)SQL und XHTML/ XML/ CSS/ JavaScript.

Meine Freizeit nutze ich zur Entwicklung von Serendipity und phpMyAdmin - und (nicht nur) wenn ich genug von Computer habe, genieße ich das Leben mit meiner Freundin Emba im Kino, hinter der Fotokamera, daheim oder bei unseren Freunden. Und ein Gesicht habe ich auch:
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