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Dienstag, 2. Februar 2010

And the Nominees are...

Weil ich ja jedes Jahr auf's neue die potentiellen Oscar-Gewinner falsch voraussege, mach ich dieses Jahr eine kleine Variation davon.

Die Oscars zu denen ich garkeine Ahnung habe lasse ich natürlich raus. Zeichen sind kostbar.

Best Motion Picture

Ich sage: Inglorious Basterds. Toller Charakterfilm. Alternativ auch gern A Serious Man.
Jury sagt: Avatar
Bitte Bloß nicht: Avatar, weil es als "Best Movie" ja wirklich nur ein Pocahontas-Ripoff ist. Und District 9, weil das höchstens ein "Best Short Movie sadly bumped up to a Motion Picture which Should Not Have Ever Happened".

Best Performance by an Actor in a Leading Role

Ich sage: George Clooney (Up in the Air). Zwar nicht gesehen, aber der Trailer is toll. ;)
Jury sagt: Morgan Freeman.

Best Performance by an Actress in a Leading Role

Ich sage: Meryl Streep (Julie and Julia)
Jury sagt: Helen Mirren

Best Performance by an Actor in a Supporting Role

Ich sage: Christoph Waltz (Inglourious Basterds)
Jury sagt: Christoph Waltz (Inglourious Basterds)
Bitte Bloß nicht: Matt Damon. Der ist einfach kein Oscarmaterial. Trotzdem hab ich den Film noch nicht gesehen. ;)

Best Performance by an Actress in a Supporting Role

Ich sage: Maggie Gyllenhall. Die find ich ja toll, und für den Film muss sie bestimmt belohnt werden. Hab ich natürlich nicht gesehen.
Jury sagt: Penélope Cruz. Die schleimt sich immer ein.
Bitte Bloß nicht: Penélope Cruz. Die schleimt sich immer ein.

Best Achievement in Directing

Ich sage: James Cameron (Avatar). Das zu regisseurieren ist schon ne Meisterleistung.
Jury sagt: James Cameron.

Best Writing, Screenplay Written Directly for the Screen

Ich sage: Quentin Tarantino (Inglorious Basterds). Aber für die Coens würd ich mich auch freuen.
Jury sagt: Quentin Tarantino.
Bitte Bloß nicht: Bob Peterson/Pete Docter für Up. Das war schon arg klischeeig.

Best Writing, Screenplay Based on Material Previously Produced or Published

Ich sage: Up in the Air
Jury sagt: Up in the Air
Bitte Bloß nicht: District 9. Siehe oben.

Best Achievement in Cinematography

Ich sage: Avatar. Einfach bestaunbar.
Jury sagt: Avatar.
Bitte Bloß nicht: Harry Potter. Grau in Grau fand ich jetzt nicht so cinematographisch.

Best Achievement in Editing

Ich sage: District 9. Das einzig gute an dem Film war das Editing.
Jury sagt: District 9

Best Achievement in Art Direction

Ich sage: Avatar. Schon wieder. Sagte ich schon "hübsch"?
Jury sagt: Avatar.
Bitte Bloß nicht: Sherlock Holmes. Pappmachée.

Best Achievement in Costume Design

Ich sage: Nine
Jury sagt: Nine

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Score

Ich sage: Up. Recht passend und schön.
Jury sagt: Up.
Bitte Bloß nicht: Horner und Zimmer, den Einheitsbrei kann ich bald nicht mehr hören.

Best Achievement in Sound

Ich sage: Star Trek.
Jury sagt: Avatar.

Best Achievement in Visual Effects

Ich sage: Avatar. Der is ja sowas von klar, da müsste man garkeine anderen mehr nomnomnomieren.
Jury sagt: Avatar.

Best Animated Feature Film of the Year

Ich sage: Coraline. Mochte ich zwar nicht, aber ist mal was anderes als der Pixar-Einheitslook.
Jury sagt: Up

Geschrieben von garvin in Kino / Video um 17:58 | Kommentare (2) | Trackbacks (0)
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Freitag, 29. Januar 2010

A Serious Man

Getreu dem Motto meines letzten Blogartikels endlich mal wieder ein Filmbericht. Mit Christoph, dem netten Serienjunkie vom Arbeitsplatz nebenan, bin ich am Mittwoch in Köln in A Serious Man gegangen.

An dieser Stelle stand eigentlich eine hübsche Beschreibung über die Story des Films. Ich habe mich aber bewusst entschlossen, die Story aussen vor zu lassen. Da ich in den Film auch ziemlich jungfräulich ging, war das Erleben des Films der Teil, der am meisten Spaß gemacht hat. Und da ich am Ende dieses Kurzreviews den Film mit Nachdruck empfehlen werde, soll niemandem der Filmgenuss ohne genaue Storykenntnis verwehrt bleiben.

A Serious Man ist der aktuelle Film der Coen-Brüder, die für solche Werke wie O Brother Where Art Though oder No Country for Old Men verantwortlich sind. In klassischer Coen-Tradition verfällt auch dieser Film, der im wesentlichen eine Charakter-Odyssee ist.

Große Teile des Films werden mit starrer Kamera gedreht, es gibt kaum Bewegung. Die Charaktere und der Dialog stehen im Vordergrund, jeder Wortwechsel ist ein Genuss. Dabei wechseln sich subtiler Humor, dunkler Humor, Slapstick und Drama in einer Weise ab, die man tatsächlich nur aus Coen- oder Tarantino-Filmen kennt. Im einen Satz lacht man noch lauthals, im nächsten fühlt man einen Klos in den Hals nachrutschen.

Wer die Geduld hat, sich auf die gemächlich vorgetragene Gefühlswelt des Hauptcharakters einzulassen wird belohnt mit Analogien und spirituellen Grundfragen des Lebens.

Bekanntere Hollywood-Nebendarsteller haben lustige oder tragische Nebenrollen, die den Film für mich stark aufgelockert haben. Der minimalistische Soundtrack hat mich begeistert, und die Kulissen eines prüden, jüdischen Amerikas der 1960er waren fantastisch anzusehen. Diese Blumenvasen, Lampen, Tapeten, Schränke - man fühlt sich, als würde man während des Filmes in genau diesen Orten mit dabei sein.

Der Serious Man hat zahlreiche Stellen, an denen man sich haareraufend fragt, was die jeweilige Szene jetzt gerade "soll". Irgendwie habe ich aus jeder noch so abstrusen Szene etwas ziehen können, egal ob Humor oder Nachdenklichkeit. Das große Ganze muss man sich wohl selbst dazu denken, aber dazu bietet der Film genügend deutungsfähige Szenen.

Im kurzen: David Lynch meets Seth McFarlane. Abstrusität meets skuriler Humor.

Ich habe es geliebt, und kann jedem auch nur eindringlich die Version im O-Ton empfehlen. Eine möglicherweise um die jiddische Sprache gekürzte und glattgebügelte Deutsche Version dürfte viel von dem Charme verlieren.

9 IMDB-Punkte.


****.
Geschrieben von garvin in Kino / Video um 17:59 | Kommentare (0) | Trackbacks (0)
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Liebes Tagesbuch,

lange habe ich Deine Seiten schon nicht mehr richtig beschrieben. Ich denke häufig an Dich, wie Du leise vor Dich hinelektronierst und Dich fragst, was ich wohl mache, womit ich mich beschäftige. Ich möchte Dir spannende Dinge berichten, Dir meine faszinierenden Gedankenwelten beschreiben.

Aber - still, leise und vor allem ungewollt, hatt sich eine kleine Getwitterwolke in mein Leben gedrängt. Ich weiß, ich weiß. Ich, von allen, hätte es besser wissen müssen. Habe es doch damals selber schon geahnt.

Es ist so unglaublich leicht, das was einen aktuell beschäftigt in einer 140-Zeichen Worthülse fallen zu lassen. Man kriegt erstaunlich viel in diesen 140 Zeichen unter, so dass ich mich häufig frage, warum dafür so viel Zeit und Geduld aufwenden um es in einen Blogartikel zu gießen? Wer liest das überhaupt? Will ich das überhaupt? Bringt es mir selber etwas? War es früher mit meinen länglichen Blogartikeln besser, oder schlechter?

Bei Twitter fühlt man sich irgendwie in einem Kollektiv, nicht so eingezwängt wie in seinen eigenen vier Blogwänden. Man fühlt sich lebendig, wenn in seiner Timeline immer etwas passiert, und man selbst dazu beiträgt. Die Muße, seine eigene Wohnung aufzuräumen ist viel geringer, wenn man eh ständig draußen ist,

Was ich aber mittlerweile festgestellt habe, ist die Gefahr von Twitter: Zu leicht reduziert man alles auf ein kurzes Statement. Man verfällt leichter in schwar/weiß-Denken, man verliert den Sinn für die feinen Graustufen dazwischen. Man muss nichts mehr ausarbeiten, das Gesagte geht eh in einem Schwall anderer Dinge unter. Der Anspruch an mich selbst sinkt, in der einfachen Gewohnheit kann man sich gut hängen lassen.

Diese Erkenntis hat mich nun motiviert, dieses Blog hier doch wieder etwas mehr zu nutzen. Auch wenn es nur für die Medien-, Film- und Serienberichte dienen muss. Aber mir fehlt doch das Ventil, meine zur Länglichkeit neigenden Gedankenwürste hübsch zu verpacken, mir beim Schreiben selbst Gedanken über das zu machen, was mich bewegt. Und die Rechtschreibreform und Grammatik mit nackten Füssen zu treten.

Alles bewusst analysieren, nicht einfach in 140 Zeichen dahinrotzen und selbstzufrieden zum nächsten Punkt überzugehen. Hier im Blog kann ich ich selbst sein, und muss nicht versuchen im Kollektiv mitzulaufen, eloquente One-Liner zu produzieren und um Aufmerksamkeit zu buhlen.

Das wirklich private, persönliche, hat hier im Blog schon lange Auszug gehalten - und das ist auch gut so. Wer weiß. Vielleicht fange ich ja jetzt endlich auch mal an mit einem echten Tagebuch. Wirklich nur für mich.

Twitter für das Kollektiv, das Momentane. Und mein Blog, um die Geschehnisse der Medienstürme in hübschen Grautönen zu färben.
Geschrieben von garvin in Blafasel um 10:07 | Kommentare (2) | Trackbacks (2)
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Donnerstag, 28. Januar 2010

Slapsgiving - Jetzt erst Recht

[13:26] supergarv: Slapsgiving 2k10?
[13:27] fix: the return of the fellowship of the slapsgiving - extended edition
[13:27] supergarv: slapsgiving hard - with a vengeance
[13:27] fix: slapsgiving - a new hope
[13:27] supergarv: Night of the Slapsgiving Dead
[13:28] fix: the slapsgiving carol
[13:29] supergarv: Interview with a Slapsgiver
[13:29] fix: Grosse point slapsgiving
[13:29] supergarv: Band of Slapsgivers
[13:29] fix: the Shawnshank Slapsgiving
[13:30] supergarv: Star Slapsgiving
[13:30] fix: Slapsgiving Private Ryan
[13:30] supergarv: The Dark Slapsgiver
[13:30] fix: Pirates of Slapsgiving
[13:30] supergarv: The Slapsgiving Ultimatum
[13:31] fix: Slapsgiving 3 - Rise of the Slapsgivers
[13:31] supergarv: Finding Slapsgiver
[13:31] fix: Slapsgiving Inc.
[13:31] supergarv: S for Slapsgiving
[13:32] fix: The great Slapsgiver
[13:32] supergarv: Lock, Stock and Two Smoking Slapsgivers
[13:32] fix: Citizen Slapsgiver
[13:32] supergarv: (500) Days of Slapsgiving
[13:32] fix: The Godslap
[13:32] supergarv: The Curious Case of Benjamin Slapsgiver
[13:33] fix: hahaha.
[13:33] supergarv: Casino Slapsgiving
[13:33] fix: The Good, the Bad and the Slapsgivers
[13:33] supergarv: 2001: A Space Slapsgiving
[13:33] fix: Givingslaps.
[13:33] supergarv: Inglorious Slapsgivers
[13:33] fix: (das soll memento sein)
[13:34] supergarv: (hehe)
[13:34] supergarv: Eternal Sunshine of the Spotless Slapsgiver
Geschrieben von garvin in Blafasel um 13:35 | Kommentare (0) | Trackbacks (0)
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Da trink ich doch lieber iTee...


Neulich sprach uns Stevie an,
und verspricht uns, dass das iPad fliegen kann,
ich sprach das ist doch glatt gelogen...



Gestern hatt also der große Apple-Guru das neueste Apple-Produkt angekündigt; wie von aller Medienwelt erwartet, ist es ein "Tablet-Netbook-PC" geworden.

Damit kommt Apple nun in einem Marktsegment an, dass in den letzten beiden Jahren Acer und Asus wohl den Allerwertesten gerettet hat. Man hat spektakuläres, revolutionäres erwartet - und aus meiner Sicht ist es letztlich ein Produkt, dass dem innovativen Markt hinterherläuft.

Das iPad ist im Grunde genommen ein aufgeblähtes iPod Touch und füllt damit eine Lücke, die eigentlich garnicht existiert.

Das iPod-Touch war damals ein überdimensionierter MP3-Player mit ein paar Internetfähigkeiten, das wahre Potential des Formfaktors und der Bedienung hat sich aber erst im iPhone niedergeschlagen: Always-On Internet, Rundum-Softwareangebot, Musik- und Filmarchiv, GPS-Positionierung.

Und heute geht man vom iPhone wieder einen Schritt zurück, bläht das Gerät auf, nimmt ihm ein paar Dinge (GPS in der WiFi-Only Ausstattung, kein Telefoniemodul, keine Kamera) und gibt ihm dafür: nur eine höhere Größe. Womöglich hat das iPad sogar wie das iPod Touch keinen Lautsprecher.

Von den hoffnungsvoll erwarteten und erträumten Features ist nichts angekommen:
  • Keine Magic-Mouse-ähnliche Gestensteuerung an der Seite, oder am Rückgerät der Hardware.

  • Kein Solar-Panel zum Aufladen des Akkus, keine wirklich hohe Laufzeit des Gerätes ("10 Stunden" sind in Realität sicher eher sowas wie Netbook-typische 4-5 Stunden).

  • Kein wechselbarer Akku, obwohl ich meine die EU hätte hier doch mal eine Richtlinie erlassen?

  • Keine Kamera-Module auf Vor/Rückseite, für Enhanced/Augmented Reality oder Skype-Konferenzen.

  • Kein besonders sonnenlichttaugliches oder ultra-hochaufgelöstes Display-Panel.

  • Keine pseudo-haptische Tastatur, keine weiteren Bedienungs-Knöpfe am Gerät.

  • Keine eingebauter DVB*-Tuner zum mobilen TV.

  • Kein 'over the air'-charging oder Kabelverbindungen. Sogar die aufstöbselbare Tastatur ist ein kleiner Scherz.

  • Kein offenes Betriebssystem wie MacOS, sondern das iTunes-zwangsverdongelte iPhone-OS - OHNE Multitasking.

  • Keine Adobe-Flash-Unterstützung

Im Grunde genommen ist der Kundenkreis für dieses Gerät enorm klein, und daher wird es Apple-Newton-mäßig untergehen:

   » Vollständiger Artikel

Geschrieben von garvin in Media um 09:41 | Kommentare (2) | Trackbacks (0)
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Montag, 16. November 2009

Modern Railfare 2

Es gibt nur wenige Computerspiel-Genres/-Reihen, die ich kategorisch ausschließe. Zum einen sind das quasi alle Sport-Spiele (FIFA, PES, NHL, NFL, NBA), dann alle Online-MMORPGS (WoW, City of *) und fast alles an Echtzeit-Strategie bis auf Starcraft. Na gut, vielleicht sind es doch nicht so wenige.

Aber mein Punkt ist: Zu diesen ignorierten Spielereihen gehört auch seit jeher Call of Duty. Ich finde das Weltkriegsshoter-Szenario wahnsinnig unspannend, uninspiriert und zu Genüge durchgenudelt. Der Amerkanismus der Serie tut sein übrigens.

Irgendwann kam aber dann der Modern Warefare-Titel dazu, wo man das Setting einmal komplett in die Neuzeit gehieft hat. Und nicht nur das, das Spiel wurde von der Presse für seinen Abwechslungsreichtum und gut inszenierte Story gelobt. Etwas zurückhaltend habe ich mir das Spiel damals von einem Freund ausgeliehen, und war tatsächlich auch begeistert von den 6-7 Stunden Spielzeit die CoD4 geboten hat. Der Shooter hat mit einigen packenden Levels aufgewartet (Retro-Stealth-Sniping in Tchernobyl), war extrem kurzweilig und vom Schmalzgehalt sogar erträglich. Ich war jedenfalls begeistert und vor allem in höchstem Maße überrascht.

Den fünften CoD-Teil musste ich aufgrund des Weltkriegs-Settings mal wieder überspringen, daher freute ich mich umsomehr auf die moderne Reinkarnation namens Modern Warfare 2. Den ersten Spaßdämpfer erhielt das Spiel bei mir, als die Preispolitik bekannt wurde, und man für diesen Triple-A-Titel einfach mal pauschal 10 Euro mehr verlangen wollte als für alle anderen Spiele. Zu dem Zeitpunkt war mein Boykott eigentlich klar geplant, das i-Tüpfelchen in Form von der Einstampfung des Dedicated-Server-Supports war mir als Single-Player sogar noch egal.

Wie auch immer, da meine Boykott-Haltung leider immer durch Konsumgier getoppt wird, habe ich nun doch bei MW2 zugeschlagen. Aber bei Amazon UK kostete das Spiel ja auch nur grob 40 Euro.

Am Freitag habe ich die ersten 2,5 Stunden der Kampagne gespielt (und bin damit scheinbar schon 50% fortgeschritten), und muss sagen:

Ich bin wahnsinnig enttäuscht.

Erstmal die Highs: Die Grafik ist mal wieder packend. Gerade wenn ich die letzten 9 Monate fast immer nur 720p-Xbox360-Titel gespielt habe, ist es ein Dimensionssprung am PC wieder mit 1680x1050 Pixeln in voller Detailstufe in das Geschehen zu staunen. Die Waffendynamik, der Sound, die Bewegung - das ist schon alles Top Notch.

Die Lows: Allen voran zeigt MW2, wie langweilig ein Spiel werden kann, wenn es von vorne bis hinten durchgeskriptet ist. Vor lauter einstürzender Hochhäuser, einfallender Gegnerhorden, auffahrender Panzer weiß man die einzelnen Events garnicht mehr zu wertschätzen. Überall krawallt es, und man fühlt sich wie durch einen Theme Ride durchgeprügelt. Von einem Checkpoint zum nächsten läuft man durch ein Schießbudenkabinett, angefeuert durch wilde vorauseilende Kameraden. Das ganze Spiel (zumindest die ersten 50%) fühlt sich an als wäre es ein einfacher Railshooter, gerade in den Passagen wo man in einem Panzer sitzt.

Gegner befallen einen aus allen erdenklicken Lagen, und wirken jedesmal wie frisch gespawnt, so dass man den Eindruck hat das eigene Vorgehen ist sowieso ohne Konsequenz, weil alles immer direkt nachwächst. Klar, das soll eine Kriegssimulation sein, aber das Gameplay wird dadurch total generisch. Da mag, selbst wenn die Russen in Amerikanische Vorstädte eindringen, der Funke nicht so richtig übertreten, wenn man mal eben 200 Russen von einem Dach aus plättet als wären es Ameisenkolonien - es fehlt das wirklich atmosphärisch beklemmende, das man als Spieler Mittelpunkt des Geschehens ist. So komme ich mir vor, als wäre ich als 4jähriger auf einem Abenteuerspielplatz für 10 jährige, jeder zeigt mir was er tolles kann, aber niemand will richtig mit mir spielen. ;-)

Noch erschwerender kommt die erschlagende Portion an Amerikanischem Patriotismus dazu. Das Gefasel über "Liberation" und "we are the good guys" und "Nur topmoderne Waffen erlauben es uns, wirkliche Freiheit zu haben" geht mir gehörig gegen den Strich. Das habe ich in MW1 noch aushalten können, in MW2 möchte ich manchmal den Kopfhörer gegen die Wand schleudern ob dieses gequirlten Schwachfugs.

Die Zwischensequenzen werden alle lieblos in Briefing-Screens vorangetrieben, das trägt nur weiter zur fehlenden Identifikation bei. Während ich mich bei MW1 in die Rollen der beiden "Helden" reinversetzen konnte, wird man in MW2 von Held #1 zu Held #2 in jeweils 10-15minütige Shooterhäppchen geprügelt, kriegt eine schmalzige Patriotismus-Rede vorgesetzt und dann geht's weiter. Das tolle Storytelling vom ersten Teil, mit visuellen Zwischenspielern, ist so komplett eingestampft.

MW2 mag ein hervorragender Multiplayer-Titel sein, das ist für mich jedoch nicht so relevant (weil ich keine PC-Spielefreunde mit MW2 habe, und Spielen mit Fremden langweilig finde). Die Kampagne ist jedenfalls für mich das ausschlaggebende, und die ist schlichtweg verhunzt.
Geschrieben von garvin in Spiele um 09:17 | Kommentare (11) | Trackbacks (0)
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Samstag, 17. Oktober 2009

Bahntickets über Tarifgrenzen hinweg kaufen (aka Anschlusstickets)

Gerade habe ich aus gegebenem Anlass endlich mal wieder ein Kontaktformular (yuck) ausgefüllt, und zwar an den "Kundenservice" der Deutschen Bah, äh Bahn:

Ich besitze ein Jobticket für das VRS-Tarifgebiet.

Ich fahre häufiger von Köln aus nach Remagen oder nach Düsseldorf. In beide Richtungen ist es mir nicht möglich ein Ticket von der Tarifgrenze aus zu kaufen.

1. Die Automaten ermöglichen den Ticketkauf nicht, selbst nicht als Anschlussticket.

2. Online kann ich derartige Tickets nicht lösen.

3. Per Handy kann ich solche Tickets nicht lösen.

4. Im Zug kann ich die Tickets nicht lösen, da es nur noch Servicepersonal ohne Ticketverkauf in Ihren Bahnen gibt.

5. Am Ticketschalter am Kölner HBF kann ich das Ticket kaum lösen, da dort Wartezeiten von 25 Minuten die Regel sind, und die Wartezeit somit die Zugfahrzeit fast einholen würde.

6. Ich könnte noch nichtmal am Bahnhof der Tarifgrenzen aussteigen, ein Ticket kaufen, und dann den nächsten Zug nehmen weil die meisten Züge garnicht an dem Bahnhof der Tarifgrenze halten.

Es wäre toll, wenn Sie hier ihren Kundenservice optimieren und endlich im Sinne der Kunden die Übergangstarife und Anschlusstickets so regeln, dass man ihnen sein Geld für eine gewünschte Leistung auch geben kann. Der Wille besteht nämlich meinerseits. Bei der derzeitigen Tarifgebietspolitik ist es kein Wunder, dass ÖPNV keinen guten Ruf hat.
Geschrieben von garvin in Blafasel um 23:39 | Kommentare (7) | Trackbacks (0)
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Donnerstag, 8. Oktober 2009

PHP Team Development

Ich bin ein großer Nörgler, und reize das Spektrum an konstruktiver Kritik immer gerne voll aus. Ausserdem lese ich gerne Fachliteratur über PHP/Web-Entwicklung.

Da liegt es nahe, meine 2 Cents in Form von technischen Reviews oder Übersetzungen zu Büchern beizutragen, wie z.b. beim PHP kurz&gut Handbuch oder der Übersetzung des phpMyAdmin-Handbuchs - oder natürlich dem eigenen Serendipity Handbuch.

Das erste Mal überhaupt habe ich für den PacktPub-Verlag das phpMyAdmin-Buch reviewed. Die Zusammenarbeit mit dem phpMyAdmin-Projektleiter Marc Delisle war damals schon sehr angenehm, und das erste richtige Buch zu PMA konnte in vielen Feedback-Iterationen entstehen. Später hat mich PacktPub auch noch für andere Bücher angefragt, vor einem Jahr ein Buch zu Moodle.

Das Thema interessierte mich, ich habe Kommentare beigetragen und das ein oder andere Kapitel verrissen, nur um am Ende rauszufinden dass mein Feedback ignoriert wurde. Daraufhin hab ich meinen Namen aus dem Teaching Moodle-Buch entfernen lassen und war etwas frustriert (was ich dem scheinbar mittlerweile indischen Verlag auch mitteilte).

Vor einigen Monaten fragte man mich erneut ob ich diesmal ein Buch namens PHP Team Development reviewen wollte. Ich wollte, denn das Thema ist für mich natürlich auch sehr wichtig, und man versprach mir diesmal viel Sorgfalt walten zu lassen. Immerhin gibt es ja auch einige recht gute Packt-Bücher.

Die ersten Entwurfs-Kapitel dieses Buches waren grausam.

Zum einen merkte man deutlich, dass ein Non-Native Speaker seinen Text zum besten gibt, zum anderen waren die Kapitel voll inhaltsleeren buzzword-droppings, falschen Vereinfachungen und auch ohne relevanten Praxisbezug. Das Buch schien ausgerichtet für den "Human Resources Manager", der von Programmierung keine Ahnung hat, und nur gerne für's nächste Team-Meeting ein paar weise Zitate loswerden kann.

Also habe ich mir die Finger wundreviewed und meine Meinung abgelassen, die auch jedesmal dankend angenommen wurde.

Gen Ende des Buches wurden die Tipps und Alltags-Beschreibungen von PHP-Entwicklung im Team etwas konkreter und auch besser zusammengefasst. Nach etwas Funkstille folgte dann der Hinweis, dass die erste Reviewrunde zu Ende sei, ich bekam eines der späteren Kapitel zum probelesen, und sah in dem Kapitel mein Feedback sogar auch teilweise implementiert.

Hurrah, dachte ich mir - Feedback ist doch produktiv. Da ich den Sommer über mit einem neuen Projekt ausgelastet war, fehlte mir die Zeit den zweiten Schwung Entwürfe durchzulesen, das Buch ging in den Druck, mein Reviewer-Name steht im Cover, ich kriege das Final-Exemplar und:

Verdammt.

Ein Großteil der Kapitel ist nach wie vor Buzzword-geschwängert, schmeißt mit teilweise realitätsfernen Empfehlungen oder unlogischen Schlüssen um sich.

Einerseits denke ich mir, "Ich bin ja nur der Reviewer, mehr als meine Meinung sagen geht nicht". Auf der anderen Seite sehe ich ein Buch vor mir, dass ich in weiten Teilen nicht gut finde. Auf der einen Seite hätte ich mir die Zeit nehmen sollen die zweite Reviewrunde zu nehmen, auf der anderen Seite kriege ich dafür kein Geld, mache es zum Spaß, habe meine Kritik konkret und konstruktiv geäußert, und bin ja auch nicht der Autor.

Wie auch immer, aus solchen Fehlern lernt man. Wer etwas Spaß haben möchte und vom Fach ist, wird mit diesem Buch übrigens dennoch Freude haben! ;-)
Geschrieben von garvin in PHP / Software um 18:34 | Kommentar (1) | Trackbacks (0)
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Dienstag, 6. Oktober 2009

US-Serien bei Videoload

Lang bettele ich schon darum, dass man als Deutscher US-TV-Serien sofort nach deren US-Ausstrahlung legal beziehen kann. Unsynchronisiert. Original halt.

Als Vielseriengucker wäre ich bereit, pro Staffel pro Serie so 15 Euro anzulegen. Das wären also ungefähr 150 Euro im Halbjahr.

Nun hat sich VideoLoad wohl erbarmt, die US-Serien als "Hot from US" frühzeitig auf den Deutschen Markt zu bringen, laut einer Meldung bei Heise. Das ist erstmal toll, denn sogar iTunes kriegt das noch nicht auf die Reihe.

Weniger toll sind die Kosten: 3,09 Euro pro HD-Folge pro 24 Stunden. Wenn ich aber meine Serien anschauen will, ist das zum einen mobil (also inkompatibel mit irgendwelchen Legacy-DRM-Codecs, auf dem iphone oder Archos) und zum anderen, weiß ich nicht wann ich dazu komme eine Folge zu sehen. Und dann soll ich hier schonmal X Euro auf den Tisch legen für den Download einer Folge, zu deren Schauen ich womöglich erst eine Woche später komme?

Und ausserdem, wenn man mit durchschnittlich 21 Folge pro Serie rechnet, wäre ich dann bei gut 64 Euro. Das ist nochmal deutlich teurer als eine Staffel-DVD, die ich mein ganzes Leben lang sehen könnte.

Ich glaube mit einem derart atttraktiven Angebot ködert man niemanden.
Geschrieben von garvin in Blafasel um 14:11 | Kommentar (1) | Trackbacks (0)
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Freitag, 2. Oktober 2009

Update vom verlorenen Portemonnaie

Heute steckte mein gestohlenes Portemonnaie in einem großen Vodafone-Briefumschlag in meinem Briefkasten. Bis auf das Bargeld war tatsächlich alles wohlbehütet enthalten.

Tausend Dank für die Rücksendung!

Leider habe ich zu früh die Hoffnung aufgegeben und fast alle Karten schon neu beauftragen müssen. Aber den Gang zum KFZ-Amt für neuen Führerschein und Fahrzeugschein kann ich mir jetzt sparen. :-)
Geschrieben von garvin in Blafasel um 15:11 | Kommentare (0) | Trackback (1)
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  • $timeline = twitter::apply('filter', array('keyword' => 'lost'));03.02 13:02

Kommentare

Dirk zu And the Nominees are...
Di, 02.02.2010 22:48
*Habs leider nicht ganz gesehen, da es ja doch schon recht spät war, jedoch hätte ich gedacht das District 9 mehr abräum [...]
Christoph zu And the Nominees are...
Di, 02.02.2010 18:18
*"regisseurieren"? :) Ich "hoffe" ja, dass Avatar nicht so viel abräumt. Und Quentin würde ich es mehr gönnen...
Matthias zu Liebes Tagesbuch,
Di, 02.02.2010 13:17
*"Diese Erkenntis hat mich nun motiviert, dieses Blog hier doch wieder etwas mehr zu nutzen." Eine sehr gute Entschei [...]
Robert Lender zu Liebes Tagesbuch,
Sa, 30.01.2010 01:51
*Nichts währt ewig ;) Man muss nicht bloggen. Aber man kann. Und wenn man das verinnerlicht hat, dann kann man für si [...]
:: CrUisErs BLOG :: Privates Blog von Martin Eichenberg zu Liebes Tagesbuch,
Fr, 29.01.2010 13:35
*Bewusst weise ich auf den Artikel hier im Blog und nicht vie Twitter hin. Garvin spricht mir und anscheinend auch Dirk [...]

Über mich

Ich heiße Garvin Hicking, wohne in Köln und bin 27 Jahre alt. Derzeit arbeite ich als Webentwickler bei Faktor E, bin gelegentlich selbständig tätig und arbeite mit PHP, (My)SQL und XHTML/ XML/ CSS/ JavaScript.

Meine Freizeit nutze ich zur Entwicklung von Serendipity und phpMyAdmin - und (nicht nur) wenn ich genug von Computer habe, genieße ich das Leben mit meiner Freundin Emba im Kino, hinter der Fotokamera, Daheim oder bei unseren Freunden. Und ein Gesicht habe ich auch:
Garvin Hicking
Technorati

Zend Certified PHP Engineer

Legasthenie-Info

Dieses Blog strotzt vor Komma-Fehlern. Ich bekenne eigenständig, öffentlich und freiwillig im Vollbesitz meiner geistigen und Halbbesitz meiner ortographischen Fähigkeiten, auf diese Fehlern zu bestehen und erkläre, der neuen Deutschen Rechtschreibung bisher nicht anheim gefallen zu sein. Wer zusätzliche Fehler findet, darf sie ebenfalls behalten. :-)

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(c)1999-2004 by garvin hicking   |   
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